US-Börse : Insider-Skandal an der Wall Street weitet sich aus

Es war erst der Anfang: Die Festnahme des Hedgefonds-Managers Rajaratnam könnte die Fahnder zu weiteren mutmaßlichen Finanzbetrügern an der Wall Street führen.

Die Wall Street wird vom mutmaßlichen Insiderhandel des Hedgefonds-Chefs und Milliardärs Raj Rajaratnams schwer erschüttert. Die Behörden hatten den 52-Jährigen und fünf Spitzenmanager am vergangenen Freitag festgenommen. Sie sollen mit verbotenen Geschäften, etwa mit Intel-, IBM- oder Google-Aktien, etwa 20 Millionen Dollar (13,4 Millionen Euro) verdient haben. Spekuliert wird auch über Finanzkontakte des in Sri Lanka geborenen Managers zu dortigen Rebellen. Rajaratnam selbst beteuert weiter seine Unschuld.

Weitere Festnahmen sind wahrscheinlich. Die Fahnder seien mehreren Netzwerken ähnlicher mutmaßlicher Finanzbetrüger auf der Spur, berichtet der Wirtschaftsdienst Bloomberg unter Verweis auf Insider. Einige Verdächtige hätten Verbindungen zu Rajaratnam, aber auch unabhängige Fälle seien im Visier der Behörden. Mehrere Ex-Kollegen des Hedgefonds-Managers helfen den Ermittlern bei der Untersuchung, wie das Wall Street Journal berichtet.

In getrennten früheren Ermittlungen habe sich überdies eine Spur von Rajaratnam zu den Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) ergeben, wie das Blatt unter Berufung auf damit vertraute Personen weiter berichtet. Von Rajaratnam an eine Hilfsorganisation in den USA gespendetes Geld sei letztlich bei den Rebellen gelandet. Diese sind von der Regierung auf Sri Lanka inzwischen besiegt worden. Auch diese Vorwürfe streitet Rajaratnam über seine Anwälte laut US-Medien ab.

Rajaratnam ist Gründer des 1997 gestarteten weltweit agierenden Hedgefonds Galleon. Er begann seine Karriere an der Wall Street in den neunziger Jahren als Analyst in der Tech-Branche. Dem Manager drohen laut US-Medien bis zu 20 Jahre Haft. Einige sprechen gar von lebenslänglich. Gegen eine Kaution von 100 Millionen Dollar ist er derzeit auf freiem Fuß.

Der mutmaßliche Insiderhandel war durch einen ehemaligen Komplizen aufgedeckt worden. Die illegalen Geschäfte sollen bereits seit mehreren Jahren gelaufen sein. Die Fahnder hörten erstmals wie im Anti-Terrorkampf Telefongespräche ab und werteten systematisch Daten zu Aktiengeschäften aus.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa

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