US-Hypothekenkrise : Vorstand von Sachsen LB muss gehen

Das finanzielle Desaster weitet sich aus: Die Risiken der Landesbank Sachsen LB durch die US-Hypothekenkrise sind womöglich noch größer als bisher bekannt.

München/New York - Die US-Immobilienkrise zieht weitere Kreise. So sind die finanziellen Risiken für die Sachsen LB möglicherweise noch größer als bekannt. Die Engagements der Dubliner Bank- Tochter summierten sich auf bis zu 65 Milliarden Euro, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“. Genaueres würde bis kommenden Mittwoch erwartet, wenn der Finanzausschuss des sächsischen Landtags zu seiner außerordentlichen Prüfung zusammentritt. Erste personelle Konsequenzen zog die Bank bereits: Das für die Dubliner Geschäfte zuständige Vorstandsmitglied Stefan Leusder trat am Donnerstag zurück, wie die Sachsen LB mitteilte.

Die amerikanische Hypotheken- und Immobilienkrise kostete bereits zehntausende Menschen den Job. Bisher stellten mehr als 50 Hypothekenfirmen ihre Tätigkeit ein. Viele Finanzdienstleister schließen ihre Sparten für „Subprime“- Hypothekenkredite niedriger Bonität sowie andere einschlägige Bereiche und schicken die betroffenen Mitarbeiter nach Hause. In den vergangenen Tagen hatten Lehmann Brothers, First Magnus Financial, Capital One, First National Bank, HSBC, Accredited Home und viele andere Massenentlassungen in diesen Sparten verkündet oder die Bereiche ganz geschlossen. Auch in der Baubranche wurden schon zehntausende Stellen gestrichen. Betroffen sind angesichts des massiven Auftragsrückgangs für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen vor allem Baufirmen, Baumaterialhersteller und Baumarkt-Einzelhändler.

Einer Studie zufolge soll zudem der Absatz von Autos in den USA einbrechen. Der Verkauf von Neuwagen wird in diesem Jahr voraussichtlich um 350 000 auf 16,2 Millionen fallen, wie aus der Untersuchung des Auto-Marktforschungsinstituts CSM Worldwide hervorgeht. Das wäre das niedrigste Niveau seit 1998. In der Vergangenheit habe es stets einen engen Zusammenhang zwischen Immobilien- und Automarkt gegeben. So seien die Autokäufe stets dann zurückgegangen, wenn auch weniger Häuser gebaut worden seien. Die Nachfrage nach Neuwagen wird sich demnach frühestens im letzten Quartal 2008 wieder erholen. Tsp

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