US-Immobilienmarkt : Unbegrenzter Staatskredit für Fannie und Freddie

Weitere Stütze für Fannie Mae und Freddie Mac: Die US-Regierung hat die Kredit-Limits für die angeschlagenen Baufinanzierer bis 2012 aufgehoben.

WashingtonDie beiden größten US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac können sich in den nächsten drei Jahren unbeschränkt Geld beim Staat leihen. Die bisher gültigen Kreditgrenzen von jeweils 200 Milliarden Dollar seien gestrichen worden, teilte das US-Finanzministerium mit. Zudem erhielten die Banken mehr Zeit, um ihre hypothekenbezogenen Wertpapierbestände zu minimieren.

Fannie Mae und Freddie Mac stehen hinter etwa jedem zweiten Immobilienkredit in den USA. Sie spielen daher in den Plänen von Präsident Barack Obama zur Stabilisierung des Häusermarkts eine zentrale Rolle. Der Staat hatte bereits im September 2008 beide Immobilienbanken übernommen und ihnen bislang Kapitalspritzen in Höhe von insgesamt 111 Milliarden Dollar (80 Milliarden Euro) gewährt. Trotz der Hilfen schreibt insbesondere das größere Institut Fannie Mae noch immer hohe Verluste: Allein im dritten Quartal 2009 belief sich das Minus auf rund 20 Milliarden Dollar (13,9 Milliarden Euro). Das kleinere Schwesterinstitut Freddie Mac schrieb im dritten Quartal einen Verlust von 6,3 Milliarden Dollar, nach 25,3 Milliarden ein Jahr zuvor.

Mit der jetzigen Entscheidung will das Finanzministerium eigenen Angaben zufolge nun den Finanzmärkten signalisieren, dass man eng hinter den beiden Instituten steht. Zudem schöpfte die Regierung ihren Handlungsspielraum aus: Nach dem 31. Dezember hätte sie für jede weitere Kapitalaufstockung die Zustimmung des Kongresses einholen müssen.

Am Donnerstag hatten die beiden Banken die Gehälter ihrer jeweiligen Vorstandschefs bekannt gegeben: Demnach könnten Michael Williams von Fannie Mae und Charles Haldeman von Freddie Mac in diesem Jahr bis zu sechs Millionen Dollar verdienen.

Der Absturz des US-Immobilienmarkts war Auslöser der Finanz- und Wirtschaftskrise. Der Markt erholt sich nur langsam. Wegen der steigenden Arbeitslosigkeit in den USA können noch immer viele Menschen ihre Hypothekenraten nicht bezahlen.

Am Mittwoch, dem letzten vollen Handelstag vor der Weihnachtspause, hatten schwache Zahlen vom Immobilienmarkt die US-Börsen gebremst. Nach einem optimistischen Auftakt drehte der Dow-Jones-Index der Standardwerte zeitweise ins Minus und schloss kaum verändert. Der unerwartete Rückgang beim Verkauf von Eigenheimen im November schürte Sorgen um die Wirtschaftserholung.

Die Zahl der verkauften Eigenheime brach um 11,3 Prozent ein, wie das Handelsministerium mitteilte. Aufs Jahr hochgerechnet wurden 355.000 Häuser und Wohnungen verkauft - so wenige wie seit sieben Monaten nicht mehr. Analysten hatten im Schnitt mit einer Rate von 440.000 verkauften Wohnimmobilien gerechnet. "Die Märkte geben nach, weil die Zahlen so weit von der durchschnittlichen Schätzung entfernt liegen", sagte John Praveen, Investment-Stratege bei Prudential International Investments Advisers. Außerdem seien die Zahlen ein besonderer Schreck, weil sich zuvor bereits eine Besserung am Häusermarkt abgezeichnet habe.

Quelle: ZEIT ONLINE, Reuters

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