Vor Börsenbeginn : Absturz von Malaysia Airlines MH17 schreckt Dax-Anleger

Der mutmaßliche Abschuss der Verkehrsmaschine über der Ostukraine lässt den Dax vorbörslich weiter sinken. Aber es gibt Gründe, warum sich das im Laufe dieses Freitags ändern könnte.

Andreas Oswald
Börse in Frankfurt.
Börse in Frankfurt.Foto: dpa

Nach dem mutmaßlichen Abschuss von Malaysia Airlines MH17 über der Ostukraine gibt der Dax vorbörslich am Freitagmorgen weiter nach. Am Abend zuvor, als die Nachricht kurz vor Börsenschluss eintraf, hatte der Dax sofort nachgegeben und 1,07 Prozent tiefer geschlossen als am Vortag. Dieses Niveau hatte er allerdings schon am Mittag einmal erreicht gehabt, lange vor der Nachricht. Der Rückgang hält sich also in Grenzen. Es gibt einige Gründe, warum sich der Dax im Laufe des Tages wieder etwas erholen könnte.

Keine der beiden Seiten im Konflikt um die Ostukraine hat ein Interesse an einer Eskalation. Ein absichtlicher Abschuss ergibt für keine Seite einen wie auch immer gearteten Sinn. Insofern ist eine Angst der Anleger vor einer Eskalation wahrscheinlich unbegründet, was sich auf die kurzfristige Kursentwicklung auswirken könnte.

Schon die verschärften Sanktionen der USA und der EU gegen Russland im Vorfeld hatten die Börsen, mit Ausnahme der russischen, nur ein bisschen geschwächt. Die Börsen scheinen relativ robust zu sein. obwohl eine starke Abwärtskorrektur längst überfällig ist.

Zwar gibt es andere gute Gründe dafür, dass die Börsen sinken, und sie bräuchten eigentlich nur einen Anlass für einen Mini-Crash, stattdessen hat die Nachricht sowohl in Deutschland als auch in den USA nur zu einem Rückgang von etwas mehr als einem Prozent in den Aktienmärkten geführt und das, obwohl die US-Börsen abends noch Stunden nach der Nachricht offen waren. Überraschend ist also der relativ geringe Rückgang.

Es gibt gute andere Gründe dafür, dass der Aufwärtstrend in den nächsten Monaten zu Ende geht

Der derzeitige langfristige Aufwärtstrend dauert seit dem Frühjahr 2009 an, also mehr als fünf Jahre. Es passiert nicht oft, dass Aktienaufwärtstrends länger als fünf Jahre dauern. Die Frage ist, ob es den Notenbanken gelingt, mit ihrer Geldflut den Aufwärtstrend weiter zu nähren. Vor allem stellt sich die Frage, was passiert, wenn die US-Notenbank Fed im nächsten Jahr erstmals die Leitzinsen erhöhen wird, wie sie es angekündigt hat. Kein Aufwärtstrend dauert ewig. Wenn das Ende kommt, dann oft aus irgendeinem Anlass, mag er schwerwiegend sein oder nicht. Die Nachricht vom mutmaßlichen Abschuss von MH17 scheint nicht dieser Anlass zu sein, sonst hätten die Märkte stärker reagiert. Das zeigt, dass der Aufwärtstrend entgegen vieler Argumente weiter erstaunlich robust ist.

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