Vor Börsenbeginn : Anleger ziehen Geld aus Aktienfonds in Europa ab

Europas Aktienfonds leiden seit zehn Wochen unter Abflüssen der Anleger. Die Fed gibt am Mittwochabend nach Börsenschluss ihre Entscheidung bekannt. Der Dax liegt am Mittwochmorgen vorbörslich im Plus.

Andreas Oswald
Börse in Frankfurt.
Börse in Frankfurt.Foto: dpa

Europas Anleger haben in neun der vergangenen zehn Wochen mehr Geld aus aktiv gemanagten Aktienfonds abgezogen als eingezahlt. Das berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf den Fondsdatenanbieter EPFR. Zuvor war es zwölf Monate lang zu Nettozuflüssen gekommen, bei denen das Fondsvolumen um 50 Prozent gestiegen sei, hieß es.

Die Frage ist, ob es nach der Sommerflaute wieder zu Kurssteigerungen kommt, die die Anleger wieder in die Märkte lockt. Nach Fondsabflüssen folgen häufig Kurssteigerungen, weil viele Anleger bei sinkenden Kursen verzögert verkaufen und bei steigenden verzögert kaufen.

Der Dax liegt am Mittwochmorgen vorbörslich im Plus. Die US-Notenbank Federal Reserve gibt ihre Zinsentscheidung heute nach Börsenschluss bekannt. Die New Yorker Börsen sind am Dienstag vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank ins Plus gedreht. Händler verwiesen auf einen Bericht des “Wall Street Journal“, wonach es die Federal Reserve mit einer Zinserhöhung weniger eilig haben könnte als es die meisten Marktbeobachter bislang erwarten, berichtet Reuters. Neue Konjunkturdaten deuteten zuletzt darauf hin, dass die Notenbanker nicht unter verstärktem Zeitdruck stehen, eine Abkehr von der Niedrigzinspolitik einzuleiten. Die US-Erzeugerpreise stagnierten im August und signalisierten einen nur gemäßigten Preisauftrieb. Seit einiger Zeit wird an den Finanzmärkten darüber spekuliert, ob die Fed die Zinswende Mitte 2015 oder früher einläutet.

Positive Vorgaben aus New York

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss nach anfänglichen Verlusten 0,6 Prozent höher auf 17.131 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,8 Prozent auf 1998 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte um 0,8 Prozent auf 4552 Punkte vor.
Bei den Einzelwerten verlor die Apple-Aktie knapp ein Prozent. Händler verwiesen auf Medienberichte, wonach die neuen iPhones in China nicht vor Anfang 2015 zu haben sein könnten.
Unter Druck gerieten allerdings vor allem die Titel von Atlantic Power mit einem Einbruch von mehr als 32 Prozent.
Der angeschlagene Stromkonzern wechselt seinen Chef aus und kürzt die Dividende um 70 Prozent. Das Management hatte sich zuvor von Überlegungen eines Verkaufs des hoch verschuldeten Unternehmens verabschiedet.
Zu den größten Gewinnern zählten dagegen die Anteilsscheine des Immobilienkonzerns Glimcher Realty mit einem Plus von knapp 30 Prozent. Konkurrent Washington Prime hatte zuvor angekündigt, Glimcher für 4,3 Milliarden Dollar übernehmen zu wollen.


In Europa gingen die Anleger dagegen auf Abstand zu Aktien. “Es gibt einfach zu viele Ereignisse in dieser Woche mit unsicherem Ausgang, da ist eine vorsichtige Haltung nur vernünftig“, sagte ein Händler. Mit Spannung warteten Investoren auf das Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands am Donnerstag. Dax und EuroStoxx50 verloren jeweils 0,3 Prozent auf 9632,93 und 3221,73 Punkte. Im Gegenzug schossen die Volatilitätsindizes VDax und VStoxx, die die Nervosität der Anleger messen, um jeweils rund zwei Prozent in die Höhe.
An der New York Stock Exchange wechselten laut Reuters rund 650 Millionen Aktien den Besitzer. 1946 Werte legten zu, 1092 gaben nach und 141 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1441 im Plus, 1253 im Minus und 135 unverändert.
Die US-Kreditmärkte zeigten sich uneinheitlich. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 3/32 auf 98-7/32. Die Rendite sank auf 2,582 Prozent. Der 30-jährige Bond fiel 5/32 auf 95-26/32 und rentierte mit 3,348 Prozent. Vor dem Zinsentscheid hätten Investoren ihre Portfolios bereinigt, sagten Händler. (mit Reuters)

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