Vor Börsenbeginn : BMW mit Gewinnsprung - auch andere Unternehmen überraschen positiv

Ein Gewinnsprung bei BMW sowie positive Zahlen anderer Unternehmen dürften die Börsen heute positiv starten lassen. Auch der Dax liegt am Dienstagmorgen vorbörslich im Plus.

Andreas Oswald
Börse in Frankfurt.
Börse in Frankfurt.Foto: dpa

BMW ist mit einem Gewinnsprung ins Jahr gestartet. Das Ergebnis vor Steuern kletterte im ersten Quartal auf 2,166 Milliarden Euro, das sind 8,1 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie der Münchner Oberklasse-Autobauer am Dienstag berichtete. Unterm Strich stieg der Gewinn um 11,4 Prozent auf 1,462 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten, wie Reuters berichtet.

BMW stagniert allerdings in der Kernsparte Auto

Der Gewinn im Autogeschäft blieb allerdings hinter den Schätzungen der Fachleute zurück. In der Kernsparte Automobile stagnierte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) bei 1,58 Milliarden Euro. Weil der Umsatz dank Rekordabsatzzahlen zulegte, ging die Rendite (Ebit-Marge) auf 9,5 Prozent zurück. Hohe Kosten für neue Antriebstechnologien, für Personal und der Preisdruck schlugen sich zu Buche. Mehr Gewinn fuhr BMW dagegen mit Motorrädern und Finanzdienstleistungen ein. Für 2014 bekräftigte der Konzern die Prognose, wonach der Gewinn vor Steuern auf einen neuen Spitzenwert steigen soll.

Gewinnplus beim Axel-Springer-Verlag

Der Axel-Springer-Verlag ist mit einem Gewinn- und Umsatzplus ins neue Jahr gestartet. Vor allem dank der positiven Entwicklung im digitalen Geschäft stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beim fortgeführten Geschäft um 13,6 Prozent auf 118,4 Millionen Euro, wie der Berliner Medienkonzern am Dienstag mitteilte. Der Konzernumsatz stieg um 4,4 Prozent auf 692,3 Millionen Euro. “Dass wir erstmals mehr als die Hälfte bei Umsatz und Gewinn im digitalen Geschäft erwirtschaften, ist eine symbolische Wegmarke“, sagte Konzernchef Mathias Döpfner und bekräftigte die Ziele für das Gesamtjahr.
Für 2014 peilt Springer weiter einen Gewinnanstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich an. Der Umsatz soll im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Ferner teilte Springer mit, man übernehme zusammen mit dem US-Finanzinvestor General Atlantic für rund 165 Millionen Euro 100 Prozent an der Corall-Tell Ltd. Die Firma betreibe das führende Rubrikenportal yad2 in Israel.
Das Bundeskartellamt hatte vor kurzem den Verkauf von Regionalzeitungen (“Hamburger Abendblatt“), TV-Zeitschriften (“Hörzu“) und Frauenzeitschriften (“Bild der Frau“) an die Funke Gruppe im Gesamt-Volumen von 920 Millionen Euro endgültig abgesegnet.

Adidas leidet unter starkem Euro

Schwache Auslandswährungen und Probleme im Golf-Geschäft haben die Gewinne von Adidas zum Jahresauftakt stärker einbrechen lassen als erwartet. Der Überschuss sank um 34 Prozent auf 204 Millionen Euro, wie der Sportausrüster am Dienstag mitteilte. Von Reuters befragte Analysten hatten mit 217 Millionen Euro gerechnet. Das Betriebsergebnis ging um 31 Prozent auf 303 Millionen Euro zurück - erwartet worden waren von den Experten 318 Millionen Euro. “Unsere guten Ergebnisse, insbesondere in den Schwellenländern und im eigenen Einzelhandel, wurden durch eine veränderte Go-to-Market-Strategie bei TaylorMade-adidas Golf sowie negative Währungseffekte verdeckt“, erklärte Vorstandschef Herbert Hainer.

Lufthansa dämmt Verluste ein

Die Lufthansa hat zum Jahresstart dank des Konzernumbaus ihren Verlust eingedämmt. Operativ verbuchte die Fluggesellschaft ein Minus von 245 Millionen Euro nach 359 Millionen Euro Verlust im Vorjahreszeitraum, wie die Lufthansa am Dienstag mitteilte. Der Umsatz habe bei 6,46 Milliarden Euro gelegen. Die Kennzahlen liegen unter den Markterwartungen: Von Reuters befragte Analysten hatten bei 6,57 Milliarden Euro Umsatz mit einem operativen Verlust von 234 Millionen Euro gerechnet. Im Gesamtjahr strebt der Vorstand weiterhin einen operativen Gewinn von 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro an.
Airlines fahren im reiseschwachen Jahresauftaktquartal meist rote Zahlen - Geld wird erst in der Sommer-Hochsaison verdient.

UBS mit überraschendem Gewinnanstieg im ersten Quartal

Die Schweizer Großbank UBS hat sich zu Jahresbeginn dem branchenweiten Abwärtstrend entzogen. Das Institut steigerte seinen Überschuss im ersten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Franken (900 Mio Euro), wie es am Dienstag in Zürich mitteilte. Analysten hatten mit einem Gewinnrückgang gerechnet. Dabei zahlte sich erneut das laufende Sparprogramm aus, zudem musste die Bank weniger Steuern zahlen. Die harte Kernkapitalquote kletterte in den vergangenen drei Monaten um 0,4 Prozentpunkte auf 13,2 Prozent. Damit gilt die UBS als eine der am besten kapitalisierten Großbanken der Welt. Der Aufbau von Eigenkapital hatte bei den Schweizern seit Amtsantritt des früheren Bundesbank-Chefs Axel Weber als Verwaltungsratschef im Mai 2012 Priorität.

Fresenius Medical Care mit Problemen

Kürzungen im US-Gesundheitssystem machen dem weltgrößten Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) zu schaffen. Der Gewinn fiel im ersten Quartal um neun Prozent auf 205 Millionen Dollar und damit stärker als von Analysten erwartet. Der Umsatz kletterte dagegen um drei Prozent auf 3,56 Milliarden Dollar, wie die Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius am Dienstag mitteilte. Amerika bezahlt seit April 2013 weniger für die Behandlung von staatlich krankenversicherten Dialysepatienten und will die Erstattung in den kommenden Jahren weiter drücken. FMC hat deshalb ein Sparprogramm eingeleitet, mit dem das Unternehmen die Kosten im laufenden Jahr um bis zu 60 Millionen Dollar drücken will. “Unsere Geschäfte haben sich im ersten Quartal wie erwartet entwickelt“, sagte FMC-Chef Rice Powell. Der Konzern werde weitere daran arbeiten, die Profitabilität deutlich zu steigern und sei zuversichtlich, die für das laufende Jahr ausgegebenen Ziele zu erreichen. Der Umsatz soll demnach um rund vier Prozent auf 15,2 Milliarden Dollar steigen, das Konzernergebnis leicht zurückgehen auf 1 bis 1,05 Milliarden Dollar. Mögliche Kosteineinsparungen durch das Sparprogramm sind bei dieser Prognose allerdings noch nicht berücksichtigt.

Dax dürfte im Plus starten

Der Dax dürfte angesichts der guten Zahlen und der guten Vorgaben aus New York leicht im Plus starten. Unklar ist, inwieweit eine Eskalation in der Ukraine die Börsen beeinflussen wird, die seit Jahresbeginn auf der Stellen treten.

Leicht positive Vorgaben aus New York

Die New Yorker Börsen hatten am Montag die Sorgen um China und die Ukraine abgeschüttelt. Gute Konjunkturdaten aus den USA rückten im Verlauf immer stärker in den Fokus und verhalfen den Indizes schließlich ins Plus. Der Leitindex Dow Jones Industrial schloss 0,11 Prozent höher bei 16 530,55 Punkten, der marktbreite S&P-500-Index legte 0,19 Prozent auf 1884,66 Punkte zu. An der Nasdaq-Börse kletterte der technologielastige Auswahlindex Nasdaq 100 sogar um 0,49 Prozent nach oben auf 3605,09 Punkte.
Die Stimmung im US-Dienstleistungssektor hatte sich im April überraschend stark aufgehellt, wie der besser als erwartet ausgefallene ISM-Index Dienste und auch der PMI Markit Einkaufsmanagerindex zeigten. Diesen Impuls hätten die Börsen wohlwollend aufgenommen, während negative Aspekte mehr und mehr ignoriert worden seien. Die Anleger blieben aktuell aber noch etwas unentschlossen und die Aktienmärkte suchten nach einer klaren Richtung, sagte ein Marktstratege der dpa.
Indes zeigt eine Studie der US-Notenbank, dass die Haushalte in den Vereinigten Staaten im ersten Quartal wieder leichter an Kredite gekommen sind. Eine wieder anziehende Kreditvergabe gilt als ein wichtiger Baustein für eine dauerhafte Erholung der US-Wirtschaft.
Tagesverlierer im Dow waren Pfizer-Aktien mit minus 2,57 Prozent auf 29,97 US-Dollar. Händlern bemängelten eine enttäuschende Umsatzentwicklung bei Kassenschlagern wie Lipitor, Viagra und Lyrica.
Die Erwartungen beim Ergebnis je Aktie vor Sonderposten hatte der Pharmakonzern aber dank Kosteneinsparungen und der Nachfrage nach neueren Medikamenten übertroffen.
Schwache Finanzwerte drückten ebenfalls auf den Dow. Die Papiere von JPMorgan fielen um 2,45 Prozent auf 54,22 Dollar. Die größte Bank der USA hatte den Markt mit der Ankündigung schockiert, die Handelsumsätze würden im laufenden zweiten Jahresviertel um 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Bereits im ersten Quartal hatte ein schwächelndes Geschäft mit Hypotheken und Anleihen den Jahresstart verhagelt. Goldman Sachs verloren im Sog 1,59 Prozent.


Visa-Papiere stemmten sich mit plus 1,33 Prozent gegen die negative Tendenz bei Finanzwerten und auch American Express verteuerten sich im Dow um 0,49 Prozent. Tagessieger in dem wohl bekanntesten Index waren aber Boeing mit plus 1,55 Prozent auf 131,96 Dollar. Händler verwiesen auf Berichte, dass der Flugzeugbauer einen Auftrag im Wert von mehreren Milliarden Dollar vom US-Militär gewinnen dürfte.
Zu den Favoriten im Technologiebereich zählten Biotech-Werte, die zu den Favoriten an der Nasdaq avancierten. Die Pharmatitel Vertex und Alexion sowie Biogen Idec und Gilead Science verteuerten sich jeweils um rund drei Prozent. In einer Studie zu dem zuletzt gedrückten Sektor sprach ein technischer Analyst von Oppenheimer von Kaufgelegenheiten in der Branche.
Facebook-Papiere gingen mit plus 1,26 Prozent aus dem Handel. Dabei stößt das Internet-Netzwerk laut einem Pressebericht beim milliardenschweren Kauf des 3D-Brillen-Spezialisten Oculus VR auf ein Problem. Der Spiele-Entwickler ZeniMax erhebe Anspruch auf die Technologie in der 3D-Brille. Die Aktie von Apple gewann 1,41 Prozent und schloss erstmals seit Oktober 2012 über 600 Dollar.
Ein Euro kostete 1,3875 Dollar und bewegte sich damit auf seinem Niveau von vor dem Wochenende. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3874 (Freitag: 1,3862) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7208 (0,7214) Euro. Am US-Rentenmarkt gab die richtungweisende zehnjährige Anleihe um 5/32 auf 101 8/32 Punkte ab. Ihre Rendite betrug 2,60 Prozent.


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