Vor Börsenbeginn : Deutsche-Bank-Aktie fällt nach Brandbrief - Dax vorbörslich uneinheitlich

Der Brandbrief eines US-Regulierers lässt Aktien der Deutschen Bank fallen. Daimler legt gute Zahlen vor. Der Dax zeigt sich am Mittwochmorgen vorbörslich uneinheitlich. Die Weltpolitik zeigt kaum noch Spuren.

Andreas Oswald
Börse in Frankfurt.
Börse in Frankfurt.Foto: dpa

Ein Zeitungsbericht über einen Brandbrief eines Regulierers über „ernsthafte Probleme“ bei der US-Tochtergesellschaft der Deutschen Bank hat die Aktie des Geldhauses an der New Yorker Börse auf Talfahrt geschickt. Bis zum Handelsschluss am Dienstag fiel das Papier der Großbank an der Wall Street um annähernd 3 Prozent, erholte sich nachbörslich jedoch wieder etwas, wie dpa berichtet.
Nach Angaben des „Wall Street Journals“ hatte die US-Tochter der Deutschen Bank im Dezember einen Brandbrief der Federal Reserve Bank of New York erhalten. Die Notenbank als Aufsichtsbehörde habe darin unter anderem eine schlampige Buchführung, eine unzureichende Kontrolle und mangelhafte technische Systeme angemahnt, schrieb das Blatt.
Eine Banksprecherin ließ die schriftliche Anfrage nach einer Stellungnahme zunächst unbeantwortet. Gegenüber dem „Wall Street Journal“ verwies ein Banksprecher darauf, dass das Geldhaus seine Kontrollen und Systeme „weiter stärke“ und dazu auch neue Mitarbeiter einstelle. Die Notenbank Fed wollte keinen Kommentar abgeben.
Die US-Regulierer nehmen die Tochtergesellschaften ausländischer Banken nach den Erfahrungen der Finanzkrise verschärft unter Beobachtung.

Gute Zahlen von Daimler

Der Dax zeigt sich am Mittwochmorgen vorbörslich uneinheitlich. Es ist erstaunlich, wie wenig sich die Anleger von Ereignissen beeinflussen lassen. Die geringen Verluste und zwischenzeitlichen Gewinne der letzten Tage deuten daraufhin, dass die Aktienmärkte ihren robusten Aufwärtstrend trotz widriger Nachrichten fortsetzen. Zumindest erst einmal.

Am Dienstag hatte der Leitindex 1,3 Prozent höher bei 9734,33 Punkten geschlossen. An der Wall Street hatten sich die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland kaum bewegt. Der Dow Jones beendete die Sitzung 0,4 Prozent und der Nasdaq 0,7 Prozent höher. Der S&P500 stieg um 0,5 Prozent.
In Tokio gab der Nikkei-Index am Mittwoch um 0,1 Prozent auf 15.329 Zähler nach. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,4 Prozent auf 2083 Punkte.

Daimler hat dank zahlreicher neuer Pkw-Modelle und Einsparungen den Gewinn im zweiten Quartal kräftig gesteigert, schreibt Reuters. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft sei von April bis Juni zum Vorjahresquartal um zwölf Prozent auf 2,5 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Konzern am Mittwoch in Stuttgart mit. Der Umsatz erhöhte sich um sechs Prozent auf 31,5 Milliarden Euro. Mit neuen Modellen wie der S-Klasse und der C-Klasse, dem meistverkauften Mercedes-Modell, und dem Kompakt-Geländewagen GLA hatte die Marke mit dem Stern im ersten Halbjahr einen Rekordabsatz eingefahren.
Der operative Gewinn fiel damit besser aus als von Analysten erwartet. Sie hatten im Mittel ein bereinigtes Ebit von 2,39 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 31,75 Milliarden Euro vorhergesagt. Der Konzern bekräftigte seine Ziele für das Gesamtjahr: Der Umsatz sowie das Ebit in den Sparten Pkw und Lkw sollen 2014 deutlich steigen.

Allianz-Untersuchung: Niedrigzins belastet deutsche Sparer, die schwache Länder unterstützen

Die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) hat für deutsche Sparer laut einer Studie milliardenschwere Verluste zur Folge, schreibt dpa. Die Allianz hat die Zinssätze 2013 mit den Durchschnittszinsen der Jahre 2003 bis 2008 verglichen und dann die durch die gelockerte Geldpolitik „entgangenen“ Zinsen auf der Einlagenseite den Zinsgewinnen bei Krediten gegenüberstellt. Das Ergebnis: Die Menschen in Deutschland verloren 2013 unter dem Strich pro Kopf 67,60 Euro. Hinzu kommt der Inflationseffekt.
„Der Zinsverlust hat sich von 34,20 Euro im Vorjahr fast verdoppelt, weil die Einlagenzinsen stark gesunken sind, vor allem die Baudarlehen aber kaum noch nachgaben“, sagte Allianz-Ökonom Arne Holzhausen. Nach Zahlen des ersten Quartals dürfte der Pro-Kopf-Verlust 2014 sogar auf 71,60 Euro ansteigen. Verstärkt werde der Effekt dadurch, dass immer mehr Geld in kurzfristige Einlagen wie Sparbücher oder Tagesgeldkonten gesteckt werde.
In anderen Euroländern profitieren die Menschen hingegen nach früheren Angaben der Allianz von den Mini-Zinsen. Denn Schuldnern spielen niedrige Zinsen in die Karten, während Gläubiger die Verlierer sind. Holzhausen betonte: „Das zeigt, dass die deutschen Haushalte ihren Beitrag für die extrem lockere Geldpolitik der EZB zur Unterstützung der schwächeren Länder zahlen müssen.“ (mit Reuters und dpa)

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