Vor Börsenbeginn : EZB-Ratsmitglied Noyer: Deflationsgefahr ist gebannt

Nach Angaben von EZB-Ratsmitglied Christian Noyer ist die Deflationsgefahr in der Eurozone gebannt. Der Dax liegt am Montagmorgen vorbörslich nahezu unverändert knapp über 10.000 Punkten.

Andreas Oswald
Börse in Frankfurt.
Börse in Frankfurt.Foto: dpa

In der Euro-Zone besteht nach Einschätzung des EZB-Ratsmitglieds Christian Noyer wohl nicht mehr die Gefahr sinkender Preise. Es sehe so aus, als ob das Risiko einer Deflation gebannt sei, sagte Noyer auf einer Wirtschaftskonferenz im französischen Aix-en-Provence. Gleichwohl sei die Teuerungsrate aber noch zu niedrig.
Im Juni hatte die Inflationsrate in den Euro-Staaten bei 0,5 Prozent gelegen, was der Europäischen Zentralbank (EZB) weiterhin Sorgen bereitet. Sie strebt eine Rate von knapp zwei Prozent an, bei der sie von stabilen Preisen spricht.
Mitte Juni hatte bereits der EZB-Direktor Benoit Coeure gesagt, derzeit drohe keine Gefahr einer Deflation, also einer Abwärtsspirale von Preisen, Löhnen und Investitionen.

Die Frage ist, ob das anhaltende Betonen einer gebannten Deflationsgefahr in EZB-Kreisen der langsamen Vorbereitung eines Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik dient, ähnlich wie das bei der Fed und der Bank of England der Fall ist, oder ob keine Intention dahinter steckt. Fed und BoE bemühen sich derzeit zu betonen, dass sie an der lockeren Geldpolitik festhalten, schlagen aber nach und nach etwas andere Töne an.

Dax vorbörslich unverändert knapp über 10.000 Punkten

Der Dax dürfte laut Börsianern kaum verändert in die neue Woche starten. Schon am Freitag trat der deutsche Leitindex auf der Stelle und ging mit 10.009 Zählern nur minimal schwächer aus dem Handel.
Keine Vorgaben gab es aus den USA, wo die Börsen zum Wochenschluss feiertagsbedingt geschlossen hatten.

Die japanische Börse ist kaum verändert in die neue Woche gestartet. Der Leitindex Nikkei lag am Montag minimal im Minus bei 15,429 Punkten. Er ist damit aber nicht weit von seinem zuletzt erzielten Fünfeinhalb-Monatshoch entfernt. Börsianer sagten laut Reuters, Käufe großer Pensionsfonds stützten den Markt. Gute Konjunkturaussichten für die US-Wirtschaft würden zudem für eine positive Grundstimmung sorgen. Die Wall Street hatte zuletzt neue Rekordstände erreicht, weil der Arbeitsmarkt in der weltgrößten Volkswirtschaft in Schwung kommt. Das wirkt sich positiv auf Japans exportstarke Firmen aus.

Frankfurt als Drehscheibe für Chinas Währung aufgewertet

Der Finanzplatz Frankfurt wird als Drehscheibe für den Handel mit Chinas Währung weiter aufgewertet. Frankfurt werde ein Kontingent von bis zu 80 Milliarden Yuan (rund 9,5 Milliarden Euro) erhalten, sagte der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang am Montag bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Peking.
Wie Reuters berichtet, geht es dabei um die Erlaubnis, Yuan-Guthaben nach China transferieren zu dürfen. China hat dieses Recht schon anderen Handelsplätzen zugeteilt, zuletzt Südkorea vergangenen Donnerstag, ebenfalls mit 80 Milliarden Yuan.


Die deutsche Seite hatte auf 200 Milliarden Yuan gehofft, was Frankfurt nach Hongkong zum Finanzplatz mit dem größten Yuan-Transfer-Volumen gemacht hätte. Dies wird angesichts des hohen Handelsvolumens von 140 Milliarden Euro im vergangenen Jahr für nötig erachtet.

Firmen und Banken erleichtert es die zunehmend übliche Abwicklung von Geschäften in Yuan. Zahlungen in der chinesischen Währung können künftig dann ohne Umweg über andere Handelsplätze und damit verbundene Mehrkosten transferiert werden. Im ersten Quartal 2014 stiegen die deutschen Ausfuhren nach China um 9,8 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro, die aus China nach Deutschland um 0,6 Prozent auf 18,7 Milliarden Euro.
Frankfurt hatte im März die Erlaubnis erhalten, eine der internationalen Drehscheiben für den Handel mit Chinas Währung zu sein. Die entsprechenden Geschäfte mit der Landeswährung sollen über die Bank of China abgewickelt werde. Chinas Präsident Xi Jingping hatte den Ausbau der Clearingbank in Deutschland als “wichtigen Schritt auf dem Weg zur Internationalisierung“ des Yuan bezeichnet. (mit Reuters)


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