Vor Börsenbeginn : Janet Yellen spricht in Jackson Hole - S&P 500 auf Rekordhoch

Mit Spannung wird heute die Rede der Fed-Chefin Janet Yellen in Jackson Hole erwartet. Sie könnte Hinweise darauf geben, ob die Leitzinserhöhungen früher beginnen. Der Dax zeigt sich am Freitagmorgen vorbörslich wenig verändert.

Börse in Frankfurt.
Börse in Frankfurt.Foto: dpa

Die Chefin der US-Notenbank Fed spricht heute in Jackson Hole vor ausgesuchten Währungshütern aus aller Welt. Dabei werden Hinweise darauf erwartet, wann die Fed zum ersten Mal die Leitzinsen erhöhen wird. Bereits am Mittwoch hatte die Veröffentlichung des Protokolls vom letzten Treffen der US-Währungshüter („Fed Minutes“) offen gelegt, dass eine Zinswende früher als bisher erwartet kommen könnte.
Angesichts der aktuellen Daten dürfte der Druck auf Yellen, die Zinsen anzuheben, nicht nachlassen. Börsianer zeigten sich indes zuversichtlich, dass Yellen nicht riskieren werde, die Konjunkturerholung abzuwürgen.

Der Dax liegt am Freitagmorgen vor Börsenbeginn nahezu unverändert. Für Anleger stellt sich die Frage, ob angesichts der robusten Wirtschaftsentwicklung in den USA eine Leitzinserhöhung wirklich eine negative Auswirkung auf die US-Börsen haben wird, wie das manche befürchten. In vergangenen Zyklen stiegen die Kurse zunächst weiter, wenn die Fed anfing, die Leitzinsen zu erhöhen. Die Frage für deutsche Anleger ist zudem, ob der aus US-Leitzinserhöhungen folgende Dollaranstieg dazu führt, dass Anleger zunehmend auf den US-Markt wechseln. Das könnte sich negativ auf die europäischen Börsen auswirken, zumal die Eurozone Schwäche zeigt. Es gibt Hinweise darauf, dass sich US-Anleger seit sechs Wochen zunehmend aus den europäischen Märkten zurückziehen, wie die "Financial Times" berichtet hat.

Der US-Aktienmarkt hatte am Donnerstag mit moderaten Gewinnen seinen Aufwärtstrend fortgesetzt. Nach starken Konjunkturdaten der weltgrößten Volkswirtschaft und vor dem wichtigen Notenbankertreffen in Jackson Hole ging der Leitindex Dow Jones Industrial 0,36 Prozent fester bei 17 039,56 Punkten aus dem Handel.

S&P 500 auf Rekordhoch

Der breit gefasste S&P-500-Index erreichte im Verlauf bei 1994,76 Punkten den höchsten Stand seiner Geschichte - er schloss mit einem Plus von 0,30 Prozent bei 1992,38 Punkten, was ebenfalls einen Rekord bedeutet. Für den Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 ging es um 0,16 Prozent auf 4047,03 Punkte nach oben.
Die jüngsten Nachrichten von der US-Wirtschaft waren besser als erwartet ausgefallen, berichtet dpa.

Auf Unternehmensseite standen unter anderem die Rekordstrafe für die Bank of America, Aufspaltungsfantasien bei Ebay und der anhaltende Übernahmekampf in der Billigdiscounter-Branche im Fokus. Die Papiere der Bank of America gewannen 4,12 Prozent, nachdem sich das Institut mit den US-Behörden auf eine Strafzahlung von 16,65 Milliarden Dollar für Zockereien mit Hypothekenpapieren geeinigt hatte. Die Societe Generale sah die Übereinkunft positiv. Damit seien die letzten Untersuchungen gegen das Institut aus der Zeit der Finanzkrise abgeschlossen, und ein neues Kapitel werde aufgeschlagen.
Ebay profitierte von wieder aufgeflammten Spekulationen über eine Abspaltung des Bezahldienstes PayPal. Bei 57,05 Dollar markierten die Anteilsscheine des Online-Handelskonzerns den höchsten Stand seit fünf Monaten - sie schlossen 4,70 Prozent fester bei 55,89 Dollar.


Als Grund gilt ein Bericht des Tech-Portals „The Information“.
Insidern zufolge könnte sich Ebay demnach im kommenden Jahr doch von der Bezahl-Tochter trennen. Das hatte der bekannte Großinvestor Carl Icahn bislang vergeblich gefordert. PayPal ist eines von Ebays Zugpferden.
Der Computerhersteller HP übertraf derweil im dritten Geschäftsquartal mit seinem Umsatzanstieg die Analystenerwartungen.
Dass der Nettogewinn deutlich zurückgegangen war, störte die Anleger wenig: Die Aktien gewannen 5,35 Prozent. Aus dem Einzelhandelssektor berichtete hingegen Sears den neunten Quartalsverlust in Folge, woraufhin der Aktienkurs um 7,15 Prozent abrutschte.
Unter den Ein-Dollar-Ketten ging das Gerangel weiter. Die Aktien von Family Dollar verloren 0,50 Prozent, nachdem das Unternehmen die Übernahmeofferte von Dollar General zugunsten des Gebots von Dollar Tree abgelehnt hatte. Als Grund nannte das Management von Family Dollar wettbewerbsrechtliche Bedenken. Für die Titel von Dollar General und Dollar Tree ging es um 0,24 beziehungsweise 1,31 Prozent nach unten.

Euro stabilisiert sich geringfügig

Der Euro stabilisierte sich nach den jüngsten Verlusten bei 1,3283 US-Dollar. Richtungsweisende US-Staatsanleihen mit einer zehnjährigen Laufzeit rückten um 6/32 Punkte auf 99 22/32 Punkte vor und rentierten mit 2,41 Prozent. (mit dpa und Reuters)

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