Vor Börsenbeginn : Moody's stuft Argentinien herab - Dax vorbörslich im Plus

Moody's stuft Argentiniens Kreditwürdigkeit herab. Das Land schlittert weiter in Richtung Staatspleite, wie sie das Land schon vor 13 Jahren erlebt hat. Der Dax liegt vorbörslich im Plus.

Andreas Oswald
Bulle und Bär in Frankfurt.
Bulle und Bär in Frankfurt.Foto: imago

Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Argentiniens am Montag um eine Stufe von B3 auf Caa1 gesenkt, womit die Anleihen des Staates als riskant bewertet werden. Überdies senkte Moody's den Ausblick am Montag von stabil auf negativ, womit eine weitere Herabstufung droht. Als Begründung nannte die Agentur das rasche Abschmelzen der Devisenreserven des Landes und eine inkonsistente Wirtschaftspolitik. Seit 2011 seien die Reserven an ausländischer Währung um die Hälfte auf 27,5 Milliarden US-Dollar (19,7 Milliarden Euro) eingebrochen, erklärte Moody's. Argentinien gehöre zu den wenigen lateinamerikanischen Ländern mit negativer Kapitalbilanz. „Das fehlende Vertrauen in die Wirtschaftspolitik und eine der höchsten Inflationsraten der Region werden es schwer machen, die Kapitalflucht einzudämmen“, erklärten die Bonitätsprüfer.

Dax setzt Aufwärtsbewegung vor Börsenbeginn fort

Der Dax dürfte seinen Aufwärtstrend zum Handelsstart am Dienstag nach Ansicht von Börsianern fortsetzen. Der Dax war am Montag um 1,4 Prozent auf 9180 Zähler vorgerückt. An der Wall Street hatten der Dow-Jones-Index 1,1 Prozent, der S&P-500 ein Prozent und der Nasdaq-Composite 0,8 Prozent gewonnen.
Auch in Tokio kam am Dienstag Kauflaune auf: der Nikkei-Index legte 0,9 Prozent zu. Der Shanghai-Composite in China notierte dagegen nahezu unverändert.

Händler befürchten keine Eskalation durch Sanktionen des Westens wegen der Krim

Händler äußerten sich zudem zuversichtlich, dass auch die Sanktionen, die die EU und die USA gegen Russland erließen, zu keiner dramatischen Eskalation führen dürften. Die Volksabstimmung über die Abspaltung der Krim von der Ukraine wird vom Westen als völkerrechtswidrig eingestuft.


Auch an anderen asiatischen Börsen zeigten sich Investoren wieder risikofreudiger. Der MSCI-Index für die Aktienmärkte ohne Japan notierte 0,4 Prozent im Plus. “Einige, die gestern verkauft haben, kaufen heute wohl wieder zurück“, sagte Hideyuki Ishiguro von Okasan Securities. Im Fokus stehe nun eine Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin an diesem Dienstag. Falls er einen schnellen Anschluss der ukrainischen Halbinsel an Russland sowie seinerseits Sanktionen gegen den Westen vorantreibe, würden die Ängste erneut angefacht.

Warten auf Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank Fed


Das Augenmerk richte sich wieder stärker auf die Konjunkturentwicklung in den USA, sagten Händler. Mit Spannung wurde auf Neuigkeiten der US-Notenbank (Fed) gewartet, die sich nach einer zweitägigen Sitzung am Mittwoch äußern will. Börsianer rechnen fest damit, dass die Fed eine weitere Reduzierung ihrer monatlichen Wertpapierkäufe ankündigen wird.

Der Euro steigt weiter

Der Eurokurs ist am Dienstag im frühen Handel leicht gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde mit 1,3932 US-Dollar gehandelt. Im asiatischen Handel hatte der Euro noch 1,3920 Dollar gekostet. Der Handel verlief jedoch zunächst in einer engen Bandbreite. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte am Montag den Referenzkurs auf 1,3906 (Freitag: 1,3884) Dollar festgesetzt.

Das Bundesverfassungsgericht entscheidet über den Rettungsschirm ESM

Die Blicke richteten sich auf das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, das im Hauptsacheverfahren über den Rettungsschirm ESM entscheidet, sagten Händler. Zudem werden die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland veröffentlicht. Bankenvolkswirte erwarten einen leichten Anstieg des Frühindikators.(mit Reuters und dpa)

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