Vor Börsenbeginn : Schäuble beim Stresstest der Banken optimistisch

Bundesfinanzminister Schäuble sieht weniger Risiken in den Banken Europas und ist daher optimistisch, was den derzeitigen Stresstest angeht. Der Dax zeigt sich am Montagmorgen vorbörslich etwas fester.

Andreas Oswald
Börse in Frankfurt.
Börse in Frankfurt.Foto: dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble ist beim europaweiten Stresstest der Banken optimistisch und rechnet offenbar mit keinen größeren Überraschungen. “Die Prüfung der Vermögenswerte und der Stresstest sind noch nicht abgeschlossen. Aber die Banken haben eine Menge zusätzliches Kapital erhoben“, sagte Schäuble in einem gemeinsamen Interview mit seinem französischen Kollegen Michel Sapin dem “Handelsblatt“ (Montagausgabe). “Deshalb ist der Finanzsektor viel weniger risikobehaftet als vorher.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) unterzieht die großen Banken derzeit einem umfassenden Check, der aus einer Detailprüfung riskanter Bilanzpositionen und einem Stresstest besteht. Damit soll sicher gestellt werden, dass in den Geldhäusern keine bösen Überraschungen schlummern, wenn die Notenbank im November die Aufsicht über die größten Geldhäuser in 18 Euro-Ländern übernimmt.

Aus Deutschland nehmen 24 Institute an der Prüfung teil, 21 davon werden ab Herbst direkt von der EZB beaufsichtigt. Europaweit durchleuchtet sie seit Monaten 128 Banken. Die Ergebnisse sollen im Herbst veröffentlicht werden.

Es werde zwar immer wieder Probleme geben, wie die Schlagzeilen zur portugiesischen Banco Espirito Santo zeigten. “Die Ansteckungsgefahr ist aber viel geringer“, sagte Schäuble. Die Finanzschwierigkeiten der portugiesischen Bankiersfamilie Espirito Santo zogen zuletzt weitere Kreise. Am späten Freitagabend beantragte die in Luxemburg ansässige Holding Espirito Santo International (ESI) laut Reuters Gläubigerschutz, da sie ihre Schulden nicht bedienen kann. Indirekt hält ESI 20,1 Prozent an der Banco Espirito Santo, der größten börsennotierten Bank Portugals.

Dax etwas fester

Der Dax zeigt sich am Montagmorgen vorbörslich etwas fester. Es ist auffallend, dass die Börsen relativ gering auf die geopolitischen Nachrichten in der Ukraine und in Nahost reagiert haben. Das deutet auf eine relative Stabilität des Aufwärtstrend hin, der seit 2009 anhält.

Am Freitag hatte der deutsche Leitindex nur 0,3 Prozent tiefer bei 9720,02 Punkten geschlossen.


An der Wall Street hatten die US-Indizes nach Börsenschluss in Deutschland leicht zugelegt. Der Dow Jones beendete die Sitzung 0,7 Prozent und der Nasdaq 1,6 Prozent höher. Der S&;P500 stieg um ein Prozent.
In Tokio blieb die Börse am Montag wegen eines Feiertages geschlossen. Die anderen Aktienbörsen in Asien haben am Montag leicht zugelegt. Die Anleger würden sich an den US-Märkten orientieren und dort sei bislang die Bilanz-Saison gut gelaufen, sagten Händler der Nachrichtenagentur Reuters. Die weltpolitischen Krisen-Themen wie die israelische Bodenoffensive im Gazastreifen und der mutmaßliche Abschuss des malaysischen Flugzeugs in der Ostukraine würden dahinter zurückstehen.
Der MSCI-Index asiatischer Werte ohne Japan notierte 0,25 Prozent höher. Der Kospi in Südkorea kletterte ebenfalls um 0,25 Prozent.

Euro wenig verändert

Der Euro tendierte zum Dollar wenig verändert mit 1,3532 Dollar. Händler sagten Reuters, der Dollar halte sich stabil, weil die Entwicklungen bei den geopolitisch wichtigen Themen Ukraine und Nahost über das Wochenende keine neuen Gründe zu gravierender Sorge gegeben hätten. Der Dollar wurde mit 101,28 Yen gehandelt. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,2150 und zum Dollar mit 0,8978. (mit Reuters)

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