Vor Börsenbeginn : Schäuble: Frankreich und Italien wanken nicht - Dax vorbörslich unverändert

Bundesfinanzminister Schäuble befürchtet keine neuen Turbulenzen durch Frankreich und Italien. Der Dow Jones beendet seine mehrtägige Aufwärtsbewegung, der Dax liegt am Freitagmorgen vorbörslich unverändert.

Andreas Oswald
Bulle und Bär in Frankfurt.
Bulle und Bär in Frankfurt.Foto: imago

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble befürchtet durch die Euro-Schwergewichte Frankreich und Italien keine neuen Turbulenzen in der Währungsunion. „Frankreich und Italien, die wanken nicht“, sagte Schäuble in der ARD-Sendung „Beckmann“. Frankreich habe gerade eine schwierige politische Situation, aber gute Wirtschaftszahlen, die besser seien als erwartet. „Frankreich bleibt ein starkes Land“, sagte der CDU-Politiker. Italien müsse vor allem die Leistungsfähigkeit seiner Verwaltung und Justiz verbessern und bei den Lohnstückkosten wettbewerbsfähig bleiben.

Wolfgang Schäuble: Drittes Hilfspaket für Griechenland nicht ausgeschlossen


Schäuble ließ erneut offen, ob für Griechenland ein drittes Hilfspaket geschnürt werden muss. Es könne nicht ausgeschlossen werden. Gegenwärtig sage die griechische Regierung aber, sie könne es allein schaffen. Das Land könne in diesem Jahr erstmals wieder ein reales Wirtschaftswachstum schaffen. Es gebe Fortschritte und Griechenland sei auf dem richtigen Weg, aber nicht über den Berg.
Kürzlich sagte Schäuble, in der zweiten Jahreshälfte werde man sehen, ob Griechenland noch einen Bedarf habe oder nicht.

Kaum Wachstum in Frankreich im ersten Halbjahr 2014

Die französische Wirtschaft kann im ersten Halbjahr nur mit geringem Wachstum rechnen. Das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone steigt nach Berechnungen der Statistikbehörde Insee vom Donnerstag im ersten Quartal lediglich um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, und im zweiten Quartal um 0,3 Prozent. Grund für das schwache Wachstum in Frankreich ist laut Insee unter anderem der milde Winter, der die Energieproduktion gedrosselt habe. Außerdem hätten viele Franzosen größere Investitionen schon im letzten Quartal 2013 getätigt, was sich zu Beginn dieses Jahres in Form von verminderter Nachfrage bemerkbar gemacht habe.

Deutsche Industrie erhält mehr Aufträge

Die deutsche Industrie hat im Februar dank der steigenden Nachfrage aus dem Inland und der Euro-Zone den vierten Monat in Folge mehr Aufträge erhalten. Die Bestellungen legten um 0,6 Prozent zum Vormonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet. Im Januar fiel der Zuwachs mit 0,1 Prozent allerdings deutlich geringer aus als zunächst mit 1,2 Prozent angegeben. “Die Daten sprechen für eine weitere Belebung der Industrieproduktion in den kommenden Monaten“, erklärte das Bundeswirtschaftsministerium.

Stärkere Nachfrage aus dem Inland


Die Nachfrage aus dem Inland zog um 1,2 Prozent an, die aus dem Ausland um 0,2 Prozent. Dabei wuchs das Neugeschäft mit den Euro-Ländern um 5,9 Prozent, das mit dem Rest der Welt schrumpfte dagegen um 3,1 Prozent. Der Anteil der Großaufträge fiel für einen Februar überdurchschnittlich aus.
Besonders kräftig stiegen die Aufträge für Vorleistungen wie Chemikalien mit 1,2 Prozent. Bei den Investitionsgütern, zu denen beispielsweise Maschinen und Fahrzeuge gehören, gab es ein Wachstum von 0,4 Prozent. Die Nachfrage nach Konsumgütern schrumpfte dagegen um 0,8 Prozent.

Dax vorbörslich unverändert, Dow Jones beendet mehrtägige Aufwärtsbewegung

Die US-Börsenindizes haben ihre mehrtägige Gewinnserie beendet. Der Dow Jones Industrial und der S&P 500 erreichten am Donnerstag zwar zu Handelsbeginn Rekordstände, büßten aber ihre Gewinne im Handelsverlauf wieder ein. Der Dow Jones schloss prozentual unverändert bei 16 572,55 Punkten. Zuvor hatte er bei 16 604,15 Punkten seinen Höchststand erreicht. Der S&P 500 fiel um 0,11 Prozent auf 1888,77 Punkte, nachdem er eine Bestmarke bei 1893,80 Punkten gesetzt hatte. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 0,78 Prozent auf 3637,58 Punkte ein.

Der deutsche Leitindex Dax liegt am Freitagmorgen vor Börsenbeginn nahezu unverändert.

Neue Arbeitsmarktdaten in den USA erwartet


Die Anleger seien zwar weiterhin positiv gestimmt, sagte ein Marktstratege. Vor den wichtigen Arbeitsmarktdaten am Freitag jedoch hielten sie sich mit stärkeren Engagements zurück. Zudem drückten enttäuschende Konjunkturdaten etwas auf die Stimmung.
In der vergangenen Woche waren die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend stark gestiegen. Und bereits am Mittwoch hatte der Arbeitsmarkt-Dienstleister Automatic Data Processing (ADP) über einen schwächer als erwartet ausgefallenen Beschäftigungsanstieg im Privatsektor im März berichtet. (mit dpa und Reuters)

0 Kommentare

Neuester Kommentar