Wegen Anleger-Täuschung : Lehman-Opfer klagen gegen Citibank

Interessengemeinschaft der Lehman-Geschädigten wirft der Citibank gezielte Täuschung der Anleger vor.

Henrik Mortsiefer

Berlin - Die Interessengemeinschaft (IG) der Lehman-Geschädigten in Deutschland stellt eine Strafanzeige gegen die Citibank wegen Betrugsverdachts. Ziel der Anzeige sei es, eine gezielte Falschberatung von Citibank-Kunden nachzuweisen und die Bank sowie die verantwortlichen Manager zur Rechenschaft zu ziehen, teilte die IG am Mittwoch mit. Die Interessengemeinschaft wirft der Bank vor, insbesondere ältere Anleger und Sparer „unter Vorspiegelung falscher Tatsachen und durch das bewusste Verschweigen von Risiken“ zu Investitionen in spekulative Zertifikate der europäischen Lehman-Tochter, Lehman Brothers Treasury, gedrängt zu haben. Die spekulativen, risikoreichen und nicht über die Einlagensicherung geschützten Zertifikate seien nach Erkenntnis sowohl der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen als auch der IG von den Beratern der Citibank regelmäßig als sichere und konservative Anlageform empfohlen und verkauft worden.

In Deutschland haben vor allem die Citibank, die Dresdner Bank sowie Sparkassen in Frankfurt, Hannover und Hamburg in großem Stil Lehman-Zertifikate an Privatleute verkauft. Insgesamt sind bis zu 50 000 deutsche Anleger von der Lehman-Pleite betroffen. Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) hatte Anlegern mit entsprechenden Erfolgsaussichten zu einer Klage geraten. Allerdings müssten sich die Kläger bewusst sein, dass die Banken durch alle Instanzen gingen, was Jahre dauern könne. Die Verbraucherzentrale NRW hatte von einer angekündigten Strafanzeige gegen die Citibank Abstand genommen. Begründet wurde dies damit, dass die Rechtswege zu lang und die Erfolgsaussichten ungewiss seien. Alternativ zu einer Klage gibt es für Anleger die Möglichkeit einer Schlichtung durch den Ombudsmann beim Bundesverband Deutscher Banken. mot

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