Wirtschaftskrise : US-Notenbank senkt Zinssatz auf bis zu Null

Die US-Notenbank Fed geht mit dem Zinssatz weiter nach unten als von den Experten erwartet. Künftig liegt er zwischen Null und 0,25 Prozent - und damit niedriger als jemals zuvor.

WashingtonDie US-Notenbank Fed hat den Leitzins angesichts der düsteren Konjunkturaussichten auf eine Zinsspanne zwischen Null und 0,25 Prozent und damit auf ein neues Rekordtief gesenkt.

Aus Furcht vor einer dramatischen Verschärfung der Rezession entschloss sich die Notenbank damit zu dem niedrigsten Zinsniveau seit 1971, als erstmals die "Fed Funds Rate" festgelegt wurde. Seit August 2007 senkte die Fed ihren Leitzins von 5,25 auf bisher 1,0 Prozent. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Zins am 4. Dezember auf 2,5 Prozent festgelegt.

Der designierte US-Präsident Barack Obama versicherte am Dienstag erneut, mit einem umfangreichen Investitionsprogramm des Staates die Konjunktur wieder ankurbeln zu wollen. Im Kampf gegen die Rezession "gehen uns allmählich die Mittel aus", sagte er mit Blick auf die Fed-Entscheidung und die ohnehin schon extrem niedrigen Zinsen. "Wir gehen derzeit durch die härteste Zeit seit der großen Depression", betonte Obama, der am 20. Januar das Präsidentenamt übernimmt.

Verbraucherpreise brechen ein

Wegen der Wirtschaftskrise sind bereits die Verbraucherpreise in den USA rasant gefallen. Wie das US-Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte, sanken die Preise auf Monatssicht um 1,7 Prozent. Dies ist der stärkste monatliche Preisrückgang seit Beginn der Erhebung im Jahr 1947.

Die Jahresinflation wurde erneut kräftig gedrosselt: Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise im November den Angaben zufolge nur noch um 1,1 Prozent, nach einem Plus von 3,7 Prozent im Vormonat. Dies sei der geringste Anstieg seit Mitte 2002, teilte das Ministerium mit. (jvo/dpa)

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