Finanzen : Zinserhöhung verdaut

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Berlin Die deutschen Aktienmärkte haben die Zinserhöhung in den USA von ein Prozent auf 1,25 Prozent relativ gut verdaut. Am Donnerstag konnte der Deutsche Aktienindex (Dax) zunächst sogar leichte Gewinne verbuchen. Positiv wirkte auch, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins für die Währungsunion, wie von Analysten und Volkswirten erwartet, nicht erhöht hat. Gestützt auf gute Unternehmensergebnisse und einen sich stabilisierenden Ölpreis erwarten viele Marktteilnehmer nun einen Anstieg des Dax bis Ende 2004 auf mindestens 4250 Zähler. Dabei dürfte die US-Notenbank Fed sogar noch drei weitere Zinsschritte vornehmen und den Leitzins bis Jahresende auf zwei Prozent hoch schrauben. Einen solchen Zinsanstieg bis zum Jahresende hätten die Märkte bereits vorweggenommen, so die Ansicht der DZ Bank.

Dass die Anleger langsam wieder Vertrauen in die Märkte finden, zeigt sich auch an den Umsätzen. 1,8 Billionen Euro Gesamtumsatz sind im ersten Halbjahr an den deutschen Wertpapierbörsen erzielt worden. Das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie die Deutsche Börse am Donnerstag mitteilte.

Am Nachmittag drehte der Dax aber ins Minus und notierte zum Börsenschluss 0,4 Prozent leichter bei 4035,02 Punkten. Auch der M-Dax gab leicht um 0,25 Prozent auf 5098,30 Zähler ab. Technologieorientierte Titel liefen hingegen besser. Der Tec-Dax gab um 0,48 Prozent auf 574,70 Zähler nach.

Unter Druck geriet die am Vortag noch so geschätzte Aktie der Bayerischen Hypo- und Vereinsbank. Zum Teil waren es wohl Gewinnmitnahmen, doch hielt sich auch hartnäckig das Gerücht, die Bank werde eine Gewinnwarnung aussprechen.

Der Rentenmarkt tendierte am Donnerstag etwas schwächer. Die durchschnittliche Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere stieg auf 4,01 (Vortag: 4,00) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,23 Prozent auf 117,23 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,1 Prozent auf 113,08 Zähler nach.

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs des Euro am Donnerstag auf 1,2168 (Mittwoch: 1,2155) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8218 (0,8227) Euro. Tsp

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