Finanzieller Engpass : Porsche sucht Hilfe in Katar

Porsche hofft weiter auf eine Erlösung aus der finanziellen Not: Der Sportwagenhersteller führt Gespräche mit einem Investmentfonds des Emirats Katar.

Der hoch verschuldete Sportwagenproduzent Porsche verhandelt nach eigener Darstellung inzwischen exklusiv mit dem Emirat Katar über eine Finanzhilfe. "Es gibt Gespräche nur noch mit Katar", sagte ein Unternehmenssprecher. Vor einigen Wochen hatte Porsche nach eigenen Angaben noch mit mehreren Interessenten gesprochen, um aus der Finanzklemme zu kommen. Der Sportwagenbauer sitzt seit dem Einstieg bei Volkswagen auf einem Schuldenberg von neun Milliarden Euro.

Unternehmenskreisen zufolge verhandelt Porsche mit dem Investmentfonds von Katar QIA über einen Einstieg. Der könnte über eine Kapitalerhöhung in Stammaktien bei der Porsche Automobil Holding SE laufen oder über den Verkauf von Optionen auf VW-Aktien.

Zugleich bemüht sich Porsche bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) um einen Kredit in Höhe von 1,75 Milliarden Euro. Dazu sagte der Porsche-Sprecher, falls die KfW den Antrag ablehnen sollte, würde sich Porsche um Alternativen bemühen. Worin die Alternativen bestehen, ließ er offen.

Der Golfstaat Katar gehört dank seiner großen Öl-und Gasvorkommen zu den reichsten Ländern der Welt. Über den Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) ist das islamische Land auf verschiedenen Märkten vertreten. So investiert der Fonds nicht nur in die einheimische Infrastruktur und Wirtschaft, sondern hält auch Anteile etwa an der Schweizer Großbank Credit Suisse oder der britischen Barclays Bank. Der Fonds soll mehr als 50 Milliarden Dollar verwalten.

Das kleine Land Katar will sich zu einem großen internationalen Finanzzentrum entwickeln. Der 2005 gegründete Fonds soll die Wirtschaft des Landes stärken und die Einnahmen aus den Rohstoffvorkommen ergänzen und vermehren. Inzwischen gilt er als eine der kapitalstärksten Investmentgesellschaften im Nahen Osten. Vorsitzender des QIA ist der stellvertretende Emir und Kronprinz Scheich Tamim bin Hamad al-Thani, Firmenchef der Ministerpräsident Scheich Hamad bin Dschassim bin Dschaber al-Thani. Die Zentrale sitzt in der Hauptstadt Doha.

ZEIT ONLINE, sp, dpa

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