Wirtschaft : Finanzierung und Leasing: Autobanken spüren Absatzflaute

Auch im vergangenen Jahr wurden rund 70 Prozent aller neuen Autos auf Pump gekauft oder geleast. Dabei entfällt auf die Banken der Automobilfirmen bei der Finanzierung und im Leasing ein Anteil von knapp 70 Prozent. Das Geschäft der Autobanken wird aber nach Ansicht von Roland Gleisner, Sprecher des Arbeitskreises der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft, in den nächsten Jahren schwieriger. Der Grund: Die Marktanteile sind bereits hoch und der Neuwagenabsatz ist schwach. "Die Zeiten zweistelliger Zuwachsraten sind fürs erste vorüber", sagt Gleisner.

Schon im vergangenen Jahr waren die Zuwachsraten zum Teil moderater. Die 13 im Arbeitskreis zusammengeschlossen Finanzdienstleister haben im Jahr 2000 rund 1,3 Millionen der rund 3,34 Millionen verkauften Autos ihrer Muttergesellschaften finanziert oder verleast. Der Umsatz im Leasinggeschäft kletterte um 8,6 Prozent auf knapp 29 Milliarden Mark. Das Volumen der Neuwagen-Finanzierungen erhöhte sich nur noch leicht von 34 auf 34,4 Milliarden Mark. Die Bilanzsumme der Autobanken kletterte um 8,7 Prozent auf 120,7 Milliarden Mark. Zwar setzen auch die Autobanken in Zukunft verstärkt auf das Internet. Große Impulse erwartet Gleisner aber nicht, weil die Lust zum Autokauf über das Netz begrenzt bleibe. Mit Sorge betrachtet Gleisner, im Hauptberuf Geschäftsführer der Volkswagenbank, die geplante Verlängerung der Abschreibungsfristen für betrieblich genutzte Autos von fünf auf sechs Jahren. Das werde das Neuwagengeschäft bremsen und über die nächsten Jahre den Absatz um etwa drei bis 3,5 Millionen Pkw und Kombi drücken.

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