Wirtschaft : Finanzinvestor greift nach der RAG

Düsseldorf/Berlin - Der US-Finanzinvestor Cerberus hat Interesse an einer Übernahme der RAG. Beim Spitzentreffen über die Zukunft des Konzerns und der Steinkohle in Berlin habe den beteiligten Bundesministern ein schriftliches Angebot von Cerberus vorgelegen, hieß es gestern aus Regierungskreisen. Es hätten sich auch andere Finanzinvestoren für die RAG interessiert. Das Gebot aus den USA soll bei sechs bis acht Milliarden Euro gelegen haben.

Eine RAG-Sprecherin sagte gestern, dem Management des Konzerns selbst liege kein Gebot vor. „Wir wissen aber aus der Kohlerunde, dass die verschiedenen Bundesminister solche Angebote von Cerberus kannten“, fügte sie hinzu. Der Kohlegipfel hatte am Mittwoch einen Börsengang für die RAG beschlossen – bewusst und in Kenntnis des Gebots, sagte die Konzernsprecherin.

Aus Regierungskreisen hieß es, man habe sich gegen einen Verkauf an Cerberus entschieden, weil der Investor nicht bereit gewesen sei, die Beibehaltung aller Unternehmensteile im Konzern langfristig und dauerhaft zu garantieren. Zur RAG gehören die Chemietochter Degussa, der Stromerzeuger Steag und die Immobiliensparte.

Man sei sich in der Runde einig gewesen, dass andere Finanzinvestoren ähnliche Briefe wie Cerberus schreiben würden. Aber die RAG-Sprecherin betonte: „Unser Ziel ist es, im Frühjahr 2008 an die Börse zu gehen.“ Dabei haben Finanzinvestoren aber eine Chance: Der Bund hatte durchgesetzt, dass in die Satzung der geplanten Kohlestiftung aufgenommen wird, dass sich Investoren am Börsengang beteiligen können. Ein Gutachten hatte den Wert der RAG auf etwas mehr als fünf Milliarden Euro geschätzt. Analysten halten eher sieben Milliarden Euro für realistisch. mjh/saf/jkn/su (HB)

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