Finanzinvestor kauft Schnellrestaurants : Burger King wird brasilianisch

Die Fastfoodkette Burger King wechselt den Besitzer. Der New Yorker Finanzinvestor 3G Capital, hinter dem vor allem brasilianische Investoren stehen, kauft den McDonald’s-Wettbewerber für vier Milliarden Dollar – inklusive Schulden.

Kein Job, kein Burger. Die Fastfood-Kette hat in den USA Kunden verloren.
Kein Job, kein Burger. Die Fastfood-Kette hat in den USA Kunden verloren.Foto: dpa

Berlin - Die Fastfoodkette Burger King wechselt den Besitzer. Der New Yorker Finanzinvestor 3G Capital, hinter dem vor allem brasilianische Investoren stehen, kauft den McDonald’s-Wettbewerber für vier Milliarden Dollar – inklusive Schulden. Die Aktionäre erhalten 24 Dollar je Aktie in bar, teilte die Beteiligungsgesellschaft am Donnerstag mit. Der Aktienkurs des US-Konzerns schnellte um mehr als 20 Prozent in die Höhe.

Burger King wird von Finanzinvestoren an einen anderen Finanzinvestor weitergereicht. Einer der Hauptgeldgeber von 3G ist Milliardär Jorge Paulo Lemann, Nummer 48 auf der Forbes-Liste der Superreichen mit einem geschätzten Vermögen von 11,5 Milliarden US-Dollar. Die Großaktionäre TPG, Bain und Goldman Sachs stehen hinter dem Verkauf. Bereits zu Anfang des Jahrzehnts hatten die Investoren die 12 000 Schnellrestaurants in 75 Ländern komplett übernommen. Sie brachten die Firma 2006 an die Börse und hielten bis zuletzt noch rund ein Drittel der Anteile.

Bis zum Jahresende will 3G die Transaktion nun über die Bühne bringen. Alex Behring von 3G sprach von einer Kultmarke, die sich seine Gesellschaft einkaufe. Allerdings müssen die Kartellbehörden noch zustimmen, außerdem kann es theoretisch passieren, dass ein Konkurrenzbieter auftaucht.

Burger King litt zuletzt deutlich stärker unter der hohen Arbeitslosigkeit in den USA als der Marktführer McDonald’s. Hintergrund ist, dass die Schnellrestaurantkette mehr junge Männer zu ihren Kunden zählt und diese Gruppe von dem Stellenabbau in der Industrie besonders stark betroffen ist. Der Nummer eins der Burger-Branche gelang hingegen ein Erfolg mit seinen Kaffee- und Kuchen-Angeboten, mit denen das Unternehmen aus der Fast-Food-Nische kam.

Das Management von 3G Capital kennt sich in der Branche der Schnellrestaurants aus. Der Finanzinvestor war schon einmal bei der Nummer drei – Wendy’s – engagiert. Bei 3G mit Sitz in New York arbeitet der frisch gebackene Ehemann von Chelsea Clinton, der Investmentbanker Marc Mezvinsky. mot/dpa

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