Finanzinvestoren : Ackermann nimmt "Heuschrecken" in Schutz

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat die als "Heuschrecken" gescholtenen Finanzinvestoren gegen Dauerkritik vor allem aus Deutschland verteidigt. Die Politik bemüht sich derzeit um mehr Kontrolle vor allem der Hedge-Fonds.

Frankfurt/Main - "Wir sollten offen sein für das Interesse ausländischer Investoren, die Kapital und Expertise nach Deutschland bringen", sagte Ackermann über Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen.

Bei der Jahreskonferenz des Deutsche Investor Relations Verbandes bezeichnet Ackermann es als eine "eigentlich selbstverständliche Tatsache", dass Eigentümer von Unternehmen aktiv ihre Interessen wahrnähmen, mitunter auch gegen den Willen des Managements Erwartungen zur Unternehmensstrategie formulierten und die Ausschüttung von Gewinnen durchsetzten.

"Manches mag hier noch gewöhnungsbedürftig sein und diese junge Branche muss sicher auch noch in der einen oder anderen Hinsicht reifen vor allem in ihrem Kommunikationsverhalten", sagte der Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Bank. "Aber ich plädiere dafür, hier nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten, sondern besonnen mehr Transparenz zu schaffen, um eine informierte Diskussion zwischen allen Beteiligten zu ermöglichen."

Hedge-Fonds setzten Deutsche Börse unter Druck

Im Zuge der von der SPD ausgelösten "Heuschrecken"-Debatte über umstrittene Finanzinvestoren standen sowohl Hedge-Fonds als auch internationale Private-Equity-Firmen am Pranger. Ihnen wird vorgeworfen, über Unternehmen herzufallen, sie auszusaugen und dann wieder abzustoßen. Als besonders spekulativ geltende Hedge-Fonds hatten beispielsweise wiederholt die Deutsche Börse unter Druck gesetzt und bei der niederländischen Großbank ABN Amro Übernahmegespräche erzwungen.

Die Politik - allen voran Deutschland - bemüht sich derzeit international um mehr Kontrolle vor allem der Hedge-Fonds. Beim G8-Gipfel Anfang Juni in Heiligendamm soll das Thema auf der Tagesordnung stehen. (tso/dpa)

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