Finanzkrise : Arbeitslosigkeit in den USA wächst stärker als erwartet

In den USA sind die Arbeitslosenzahlen auf dem höchsten Stand seit 1983. Die schwachen Arbeitsmarktdaten lassen die Zweifel an einer raschen Konjunkturerholung wachsen.

Die Arbeitslosenquote stieg von 9,7 Prozent im August auf 9,8 Prozent im September. Das ist der höchste Stand seit 1983, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Im September gingen erneut 263.000 Jobs verloren - deutlich mehr als erwartet. Experten hatten mit einem Rückgang um 200.000 Arbeitsplätzen gerechnet.

Im August waren nach revidierten Berechnungen 201.000 Jobs gestrichen worden. Insgesamt sind nunmehr seit Beginn der Rezession im Dezember 2007 in den USA 7,2 Millionen Arbeitsplätze verloren gegangen. Das ist der größte Rückgang seit der Großen Depression. Besserung ist nicht in Sicht. "Angesichts des lausigen Wirtschaftsklimas haben die Firmen keinen Anreiz, bei den Neueinstellungen den Hahn aufzudrehen", sagte Rich Yamarone, Analyst bei Argus Research in New York. Er erwartet, dass die Arbeitsmarktlage sich weiter verschlechtern werde.

Notenbankchef Ben Bernanke hatte am Donnerstag davor gewarnt, dass die Expansion möglicherweise nicht stark genug sei, um die Arbeitsmarktlage wesentlich zu verbessern. Das deutet darauf hin, dass die Fed die in die Wirtschaft gepumpten Billionen Dollar nur langsam und vorsichtig wieder abziehen wird.

Die schlechten Nachrichten vom Arbeitsmarkt drückten die Wall Street zu Wochenschluss ins Minus. Anleger sorgen sich um die die wirtschaftliche Erholung in den USA. "Es gab eine Menge künstlicher Hilfsmittel der Regierung zur Ankurbelung der Märkte. Jetzt fangen sie an wegzufallen, und der Privatsektor zeigt noch keine Lebenszeichen", urteilte Marktstratege Kevin Caron von Stifel, Nicolaus & Co. Auch in Frankfurt sanken die Kurse.

Quelle: ZEIT ONLINE, Reuters, dpa

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