Finanzkrise : Bankenrettung treibt Staatsschulden auf Rekordstand

Bund, Länder und Gemeinden sind so hoch verschuldet wie nie. Eine Ursache dafür sind Kosten für den Bankenrettungsfonds. Doch auch die Konjunkturpakete schlagen zu Buche.

Die hohen Kosten für Bankenrettung und Konjunkturprogramme haben die Staatsschulden im ersten Halbjahr auf Rekordhöhe getrieben. Bund, Länder und Gemeinden standen zusammen mit 1721,2 Milliarden Euro in der Kreide - 1,7 Prozent oder 29,6 Milliarden Euro mehr als Ende 2009. “Dies entsprach rechnerisch einer Schuldenlast von 21.025 Euro je Einwohner“, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit.

Die meisten Schulden muss der Bund schultern: Seine Verbindlichkeiten erhöhten sich um 1,5 Prozent oder 15,7 Milliarden auf 1069,5 Milliarden Euro. Darin enthalten sind die Schulden des Finanzmarktstabilisierungsfonds für die Bankenrettung (31,2 Milliarden Euro) sowie des Investitions- und Tilgungsfonds (8,7 Milliarden Euro), aus dem die Konjunkturprogramme bezahlt werden.

Die Länder drückt eine Schuldenlast von 536,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 1,9 Prozent oder 10,2 Milliarden Euro. Hier fehlen allerdings noch die Belastungen aus der Ersten Abwicklungsanstalt zur Stützung der maroden WestLB. Die Daten sollen erst zum dritten Quartal vorliegen.

Die Schulden der Kommunen nahmen um 3,3 Prozent oder 3,7 Milliarden auf 114,7 Milliarden Euro zu. Mehr als ein Drittel davon sind Kassenkredite, mit denen Haushaltslöcher kurzfristig überbrückt werden können. Die Schulden der kommunalen Zweckverbände sind in den Daten nicht enthalten. (sf/rtr)

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