Finanzkrise : Deutschland kauft 90 Prozent von HRE

Eine Woche nach der turbulenten Hauptversammlung der angeschlagenen Hypo Real Estate ist die Bank nun mehrheitlich in Staatsbesitz.

Über den Finanzmarktstabilisierungsfonds SoFFin kontrolliere der Staat 90 Prozent der HRE-Aktien, teilte der Immobilienfinanzierer am Montag in München mit. Der SoFFin hatte gut 986,5 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung übernommen, die vergangenen Dienstag auf dem außerordentlichen Aktionärstreffen mit der Stimmenmehrheit des Bundes in München beschlossen worden war. Der von der Finanzkrise hart getroffenen Hypo Real Estate (HRE) fließen so nun knapp drei Milliarden Euro zu. Vorstandschef Axel Wieandt machte in der Mitteilung allerdings nochmals klar, dass die Bank weiteres Geld braucht, um über die Runden zu kommen.

Die übrigen HRE-Aktionäre waren vom Bezug der Aktien ausgeschlossen, was zu wütenden Protesten vieler Kleinaktionäre geführt hatte. Der Bund will sie aus dem Unternehmen drängen, um freie Bahn bei der Hypo Real Estate zu haben. Dies soll über eine Zwangsabfindung erfolgen, die auf der Hauptversammlung der HRE am 13. August in München beschlossen werden könnte. Möglich ist dies aber auch bei einem weiteren außerordentlichen Treffen zu einem späteren Zeitpunkt. (dpa, mm)

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