Finanzkrise : Die Allianz geht auf Nummer sicher

Der Versicherer Allianz fängt sich– und sorgt vor für schwierige Zeiten an den Finanzmärkten.

MünchenDie Allianz, Deutschlands größter Versicherer, stellt sich auf schwierige Zeiten an den Finanzmärkten ein. Als einer der weltweit größten Kapitalanleger rechnen die Münchner mit dauerhaft niedrigeren Renditen, mageren Wachstumsraten der Volkswirtschaften und turbulenten Börsen, sagte Konzernchef Michael Diekmann bei der Vorlage eines Zwischenberichts am Freitag in München. Für die Allianz bedeutet das, dass sie in der Geldanlage das Risiko scheut. So ist die Quote der Gelder, die sie in Aktien angelegt hat, zum Halbjahr 2009 von ohnehin niedrigen neun auf nun sieben Prozent gesunken. Auf diesem Niveau sei die Aktienquote „gut aufgehoben“, betonte Vorstand Helmut Perlet.

Die neue Strategie der Bayern ist klar auf Sicherheit ausgerichtet, was sich auch auf der Seite der Kundschaft durch erhöhten Beratungsbedarf ausdrückt. Der Stolz der Allianz ist neuerdings eine Solvabilitätsquote von aktuell 159 Prozent. Die Quote ist ein Maß für das Verhältnis eingegangener Risiken zu den Eigenmitteln. Die Allianz hält also gut die Hälfte mehr Gelder vor als aufsichtsrechtlich in Deutschland gefordert. Damit gehöre sie branchenweit zu den solidesten und sichersten Konzernen, betonte Diekmann. Selbst im Falle eines neuerlichen Börsencrashs sinke die Quote nur auf 146 Prozent. „Wir hatten und haben kein Kapitalproblem und werden auch keines bekommen“, stellte Perlet klar.

Über alle Sparten gesehen habe die Allianz schon im zweiten Quartal 2009 wieder „ein sehr gutes Ergebnis erzielt“, fand Diekmann. Zum Halbjahr hatte der Versicherer seinen Konzerngewinn um gut ein Fünftel auf knapp 1,9 Milliarden Euro gesteigert. Die Sparten Lebens- und Krankenversicherungen lieferten zwischen April und Juni knapp eine Milliarde Euro Rekordgewinn. Dagegen litt die Schaden- und Unfallversicherung mit einer Gewinnhalbierung besonders unter der Weltwirtschaftskrise. Ähnlich war die Lage bei der Vermögensverwaltung.

Insgesamt stiegen die Umsätze zum Halbjahr um drei Prozent auf knapp 50 Milliarden Euro. Im zweiten Halbjahr soll es weiter aufwärtsgehen. Jetzt schon eine Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2009 abzugeben, hielt Diekmann dennoch für unseriös. tmh

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