FINANZKRISE : Ein geplatzter Ball und neue Milliardenverluste

Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab: Als Folge der Kapitalmarktkrise und hohen Abschreibungen in Zusammenhang mit dem Verkauf ihrer Tochter Dresdner Bank an die Commerzbank hat die Allianz im dritten Quartal einen Milliardenverlust erlitten. Von Juli bis September verbuchte Europas größter Versicherer einen Verlust von zwei Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Freitagabend mitteilte. Im Vorjahr hatte der Konzern dagegen noch einen Gewinn von 1,92 Milliarden Euro gemacht.

Verluste beklagen auch andere: Die Landesbank Baden-Württemberg hat sich in Island verspekuliert und muss 350 Millionen Euro abschreiben, sagte ein Sprecher am Samstag.

In den USA wurden zwei Regionalbanken geschlossen – die Franklin Bank SSB aus Houston und die Security Pacific Bank aus Los Angeles. Um den angeschlagenen Versicherer AIG zu retten, erwägt die Regierung neben Nothilfen und Bürgschaften jetzt auch ein direktes Engagement. Der Staat prüft den Kauf von Vorzugsaktien und Anleihen in Milliardenhöhe. Auch das gesellschaftliche Leben leidet. Nach einem Bericht des „Spiegels“ haben Deutsche, Commerzbank und Dresdner die für den 21. November geplante Finanzplatz-Gala, den traditionellen Banken- und Börsenball, abgesagt. Auch die No Angels wurden ausgeladen. Zahlen wollen die Banker trotzdem: knapp 700 000 Euro. hej

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