Finanzkrise : IWF kündigt Hilfspaket für Ungarn an

Nach Island und der Ukraine erhält nun auch Ungarn Finanzhilfen vom Internationalen Währungsfonds. Die Europäische Zentralbank will sich mit bis zu fünf Milliarden Euro an dem Paket beteiligen.

FrankfurtDer Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn hat ein "umfangreiches Finanzpaket" für Ungarn angekündigt. Der IWF habe zudem mit den ungarischen Behörden eine Übereinkunft über eine Reihe von politischen Maßnahmen getroffen, die die Wirtschaft des Landes kurzfristig stabilisieren und langfristig stärken werden, erklärte Strauss-Kahn am Sonntag in Washington.

"Ein umfangreiches Finanzpaket zur Stützung dieser politischen Entscheidungen wird verkündet, wenn die Maßnahmen in den kommenden Tagen abgeschlossen sind", fuhr Strauss-Kahn fort. Laut dem IWF-Chef sind sowohl seine Institution als auch die EU und einige europäische Regierungen an dem Finanzpaket beteiligt.

Ungarns Leitzins bei 11,5 Prozent

Der IWF hatte Ungarns Wirtschaft bereits in der vergangenen Woche Hilfe angeboten. Die Europäische Zentralbank offerierte Ungarns Zentralbank bis zu fünf Milliarden Euro, um Kredite an heimische Banken abzusichern. Ungarn leidet unter hohen Schulden, seinem Haushaltsdefizit sowie einer teilweise überbewerteten Währung. Angesichts eines deutlichen Wertverlusts des Forints hatte die ungarische Zentralbank bereits in der vergangenen Woche den Leitzins um drei Punkte auf 11,5 Prozent erhöht.

Strauss-Kahn hatte am Sonntag ebenfalls einen IWF-Kredit in Höhe von 16,5 Milliarden Dollar (13 Milliarden Euro) für die Ukraine angekündigt. Auch Island bekam bereits Hilfe vom IWF. (jr/AFP)

0 Kommentare

Neuester Kommentar