Finanzkrise : Nike verbucht größten Stellenabbau der Geschichte

Der weltweit größte Sportartikelhersteller streicht angesichts der Wirtschaftskrise in den kommenden Wochen 1750 Arbeitsplätze. Das sind so viele Stellen wie nie zuvor. Auch Nikes deutscher Rivale Adidas will dieses Jahr rund 1.000 Stellen streichen.

San FranciscoDas entspricht fünf Prozent aller Mitarbeiter. Die rückläufigen Umsätze zwingen Nike dazu in vielen Bereichen die Kosten zu senken. Bei den Zulieferern ist dies bereits geschehen. Der Konzern fuhr seine Werbeausgaben nach den Olympischen Spielen in Peking deutlich herunter. Im März kündigte Nike bereits einen Produktionsstopp in vier Fabriken in Vietnam und China an. Dort sind Leih- und Zeitarbeiter beschäftigt, die nicht direkt bei Nike angestellt sind.

Der angekündigte Jobabbau fiel höher aus als es der Konzern im Februar angedeutet hatte. Betroffen sein werden auch rund 500 Arbeitsplätze in Nikes Firmenzentrale in Baeverton im US-Bundesstaat Oregon. "Die Entscheidung, Stellen abzubauen, ist uns sehr schwer gefallen", sagte Firmenchef Mark Parker. Mit der neuen Struktur werde der Konzern weltweit weiter wachsen.

Nike hatte den weltweiten Wirtschaftsabschwung auch dank einer breiten Fächerung seines Angebots lange mehr oder weniger unbeschadet überstanden. Zuletzt bekam aber auch der Konzern mit dem legendären "Swoosh"-Logo den Abschwung immer deutlicher zu spüren. Im zurückliegenden Quartal halbierte sich der Gewinn beinahe auf 244 Millionen Dollar und der Umsatz ging zurück, vor allem in Europa.

Bei den Rivalen Adidas und Puma sieht die Lage noch düsterer aus. Zu Jahresbeginn brach der Gewinn bei den Firmen aus dem fränkischen Herzogenaurach um über 90 Prozent ein. Adidas will ab 2010 jährlich mindestens 100 Millionen Euro einsparen. Der deutlich kleinere Puma-Konzern will die Kosten ab 2011 sogar um bis zu 150 Millionen Euro senken. Der Konzern plant in einzelnen Bereichen Personal abzubauen, in anderen indes aufzustocken, so dass die Zahl von rund 10.000 Mitarbeitern konstant bleiben würde. (aku/Reuters)

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