Finanzkrise : Porsche-Chef: Staatshilfen für Opel denkbar

Dass der deutsche Staat dem Autobauern Opel in der Krise hilft, hält Porsche-Boss Wiedeking für keine schlechte Idee. Für sein Unternehmen allerdings wäre das nicht nichts. Seine Erklärung: "Luxus und Stütze - das passt nicht zusammen."

Wendelin Wiedeking
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Sein Unternehmen steht für Luxus. -Foto: ddp

MarkgröningenPorsche-Chef Wendelin Wiedeking hält Staatshilfen für den Autobauer Opel für denkbar. "Ich glaube, man muss sich das durch den Kopf gehen lassen", sagte Wiedeking am Dienstagabend in Markgröningen bei Stuttgart. Opel sei unter den deutschen Autobauern als Tochterunternehmen des krisengeschüttelten US-Konzerns General Motors (GM) ein Sonderfall. Ein Subventions-Wettlauf der Autobauer sei deshalb nicht zu befürchten. Porsche selbst werde keine Hilfen in Anspruch nehmen. "Luxus und Stütze - das passt nicht zusammen", sagte Wiedeking.

Generell sprach er sich trotz der Konjunkturflaute gegen Staatshilfen aus. "Staatliche Subventionen verzerren den Wettbewerb und sind deshalb aus meiner Sicht prinzipiell abzulehnen", sagte er laut Redetext. "Was wir vielmehr brauchen, sind vernünftige, zukunftsorientierte Rahmenbedingungen, die es den Unternehmen erlauben, ordentlich zu arbeiten und sich dem globalen Wettbewerb aus eigener Kraft zu stellen."

Dazu gehöre auch, dass die Banken die Unternehmen weiterhin mit notwendigen Krediten versorgten. Vor allem mittelständische Unternehmen verfügten häufig nur über eine vergleichsweise dünne Eigenkapitaldecke und seien besonders stark auf die Kreditfinanzierung durch Banken angewiesen.

Porsche verbuchte das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte

In der deutschen Autoindustrie sei von diesen Problemen nicht nur die mittelständisch geprägte Zuliefererindustrie betroffen. "Wegen ihrer geringen Wertschöpfungstiefe wären auch die Geschäftsmodelle der Hersteller in Gefahr, falls ihnen ein Zulieferer nach dem anderen wegbrechen würde." Porsche hat in der Branche die niedrigste Fertigungstiefe - der Sportwagenbauer lässt in seinem Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen vier von fünf Teilen von Zulieferern herstellen.

Porsche hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/2008 (31. Juli) einen riesigen Gewinnsprung verbucht und das mit Abstand beste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt. Der Überschuss lag bei 6,39 Milliarden Euro, die Erlöse betrugen 7,46 Milliarden Euro. Den Großteil des Gewinns hat Porsche seiner Beteiligung an Volkswagen zu verdanken. Die Stuttgarter halten derzeit 42,6 Prozent an Europas größtem Autobauer und wollen ihren Anteil noch in diesem Jahr auf mehr als 50 Prozent aufstocken. (mpr/dpa)

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