Finanzkrise : USA bürgen mit 300 Milliarden für Citigroup

Rund 50.000 Mitarbeiter müssen bei der US-Bank Citigroup gehen - doch auch das genügt nicht, um die Bank zu retten. Innerhalb kurzer Zeit muss der Staat der taumelnden Großbank zum zweiten Mal beispringen.

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Citigroup-Zentrale in New York. -Foto: dpa

New YorkUm die schwer angeschlagenen Großbank Citigroup zu retten, stellt die US-Regierung Bürgschaften in Höhe von rund 305 Milliarden Dollar für den US-Finanzkonzern. Wie das Finanzministerium in Washington und die US-Notenbank Fed mitteilten, schießt die Regierung 20 Milliarden Dollar zusätzliches Kapital in das einst weltgrößte Finanzhaus. Das Geld werde im Rahmen des 700-Milliarden- Dollar-Rettungsplans der US-Regierung für die Finanzbranche gezahlt, hieß es. Im Gegenzug für die 20 Milliarden Dollar bekommen die USA Vorzugsaktien mit einer Dividende von acht Prozent.

Es ist bereits das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit, dass die Regierung der Citigroup frisches Geld zur Verfügung stellt. Bereits im vergangenen Monat hatte das Unternehmen 25 Milliarden Dollar aus dem Hilfspaket erhalten. In der vergangenen Woche hatte die Bank angekündigt, weitere 53.000 Stellen im Konzern zu streichen. Seit dem vergangenen Jahr wären so 75.000 der ehemals 350.000 Arbeitsplätze weggefallen.

Die ersten 29 Milliarden muss die Bank selbst zahlen

Sollten bei den Papieren, die mit der rund 305 Milliarden Dollar hohen Bürgschaft besichert sind, Verluste auftreten, muss die Citigroup für die ersten 29 Milliarden Dollar selbst gerade stehen. Für weitere Verluste muss die Bank dann nur noch bis zu zehn Prozent aufkommen. Maximal kommt damit auf die Citigroup ein Minus von knapp 57 Milliarden Dollar zu.

Den Rest eines möglichen Verlusts müssen dann die US-Notenbank, der Einlagensicherung und das Finanzministeriums tragen. Die drei Institutionen bürgen damit für rund 250 Milliarden Dollar für Ausfälle bei sogenannten Asset Backed Securities (ABS) - Wertpapieren, die mit Hypotheken besichert sind.

Geld nur gegen Auflagen

Auch wenn die Citigroup nun wieder neues Kapital bekommt - die neuen Garantien und die Finanzspritze sind an Auflagen geknüpft. Sollte zum Beispiel die Dividende über einen bestimmten Zeitraum nicht gezahlt werden, kann die Regierung zwei Mitglieder in den Verwaltungsrat der Bank schicken.

Zudem sieht die aktuelle Hilfe vor, dass in den kommenden Jahren für Stammaktien eine Quartalsdividende von maximal einem Cent je Stück gezahlt werden darf. Eine höhere Ausschüttung an die Aktionäre bedarf den Angaben zufolge der Zustimmung der Regierung. Die Citigroup hatte die Ausschüttung an die Aktionäre bereits von 32 Cent je Anteil auf 16 Cent halbiert. 2007 hatte die Quartalsdividende noch bei 54 Cent je Aktie gelegen.

Citigroup-Chef darf bleiben

Unternehmenschef Vikram Pandit, der erst seit rund einem Jahr den durch die Finanzkrise mit am stärksten betroffenen Finanzkonzern steuert, darf dagegen im Amt bleiben. Der 51-jährige steht jetzt vor der schweren Aufgabe die Citigroup wieder auf Kurs zu bringen.

Zuletzt musste er immer weiter steigende Verluste melden. In zuletzt vier Minus-Quartalen in Folge waren es insgesamt mehr als 20 Milliarden Dollar. Experten erwarten noch mehr rote Zahlen. Jegliche Bonuszahlungen für das Management müssen in Zukunft der Regierung vorgelegt und von dieser genehmigt werden. (sf/dpa)

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