Wirtschaft : Finanzmärkte: Interventionsgerüchte stützen den Euro

Die explosive Lage im Nahen Osten hat die Finanzmärkte rund um den Globus unter Druck gesetzt. Wichtige Börsen in Asien und Europa verloren zunächst zwischen einem und gut zwei Prozent. Auch der Euro geriet wieder unter Druck.

Die Tokioter Börse schloss am Freitag 1,4 Prozent im Minus. Mit 15 330,31 Punkten fiel der Nikkei-Index damit auf ein neues 19-Monats-Tief. Die Anleger fürchteten, dass die Krise in Nahost in einen umfassenden Krieg ausartet, hieß es in Japan. Der Hongkonger Hang Seng-Index gab um 2,6 Prozent nach.

Am Frankfurter Neuen Markt setzte sich die Talfahrt fort und drückte die Kurse zunächst auf ein neues Jahrestief. Der Nemax-Index rutschte bis zum Nachmittag um 2,5 Prozent auf 3935,70 Punkte und damit auf sein schwächstes Niveau in diesem Jahr. Händler zeigten sich über die anhaltende Verlustserie verhältnismäßig gelassen. Die Akteure verhielten sich zusehends vernünftiger und neigten nicht mehr so stark zu Überreaktionen, hieß es. Die aktuellen Verluste seien gerechtfertigt.

Die deutschen Standardwerte konnten sich am Freitag nachmittag jedoch erholen. "Der Markt setzt auf eine Erholung an der amerikanischen Nasdaq", erklärte ein Aktienhändler. Vornehmlich die Technologiewerte Siemens und SAP seien wieder gefragt und für das derzeitige Plus im Dax verantwortlich. Der Rückenwind aus New York wurde am Nachmittag stärker nach der festeren Eröffnung der US-Börsen und die Dax-Titel konnten ihre Gewinne ausbauen. Der Dax stand gegen 17 Uhr mit 77 Punkten im Plus und lag bei 6542 Zählern. Der Nemax 50 dagegen verlor bis zum Nachmittag 93 Punkte und stand damit bei 4125 Zählern.

In New York kam es dann zu der erwarteten Stabilisierung. Der Dow-Jones-Index gab zunächst um 16 Punkte nach. Das Börsenbarometer erholte er sich jedoch rasch und lag 15 Minuten nach Handelsbeginn mit 10 059,58 Punkten um 25 Zähler höher. Der Nasdaq-Index, der in den vergangenen Tagen und Wochen massiv abgesackt war, legte am Freitagmorgen um 35 Zähler auf 3109,68 Punkte zu. Damit machte der Dow-Jones-Index ein Drittel, der Nasdaq-Index aber sogar zwei Drittel seiner Vortagesverluste wieder gut.

Der Euro hat sich erneut verbilligt. Anleger suchten angesichts von Turbulenzen auf den internationalen Aktienmärkten und im Nahen Osten einen sicheren Hafen, erklärten Händler. Zudem würden fast alle Öl-Geschäfte mit Dollar bezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 0,8627 (Donnerstag: 0,8648) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 2,2671 (2,2616) Mark. Die Gemeinschaftswährung wird seit Donnerstag billiger als vor der Intervention führender Zentralbanken am 22. September gehandelt. Im asiatischen Handel hatte der Euro erneut einen Tiefstand seit der Devisenintervention der G7-Notenbanken markiert und war zeitweise nur noch mit 0,8594 Dollar gehandelt worden. Erst erneute Spekulationen über Interventionen der G7-Notenbanken stützten dann die Gemeinschaftswährung.

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