Wirtschaft : Finanzmärkte setzen auf den Aufschwung

C. Brönstrup

Berlin - Die Aussichten auf eine weitere Besserung der wirtschaftlichen Lage in Deutschland sind gut – das glauben zumindest Finanzmarktexperten. Der Konjunkturindex des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hat sich im Januar deutlich um 15,4 Punkte auf minus 3,6 Punkte verbessert, wie das Haus am Dienstag mitteilte. Als Grund vermuten die ZEW-Forscher die Besserung am Arbeitsmarkt und die damit gestiegene Hoffnung der Arbeitnehmer auf höhere Einkommen. Der ZEW-Index liege aber noch immer unter dem historischen Mittelwert von 33,5 Punkten. Die Börse in Frankfurt am Main reagierte allerdings kaum.

Der Index wird ermittelt durch die allmonatliche Befragung von 282 Analysten und Anlegern. Schon im Dezember hatten die Konjunkturerwartungen zugelegt, zuvor waren sie zehnmal in Folge gesunken. „Der Optimismus der Finanzanalysten weist ungebrochen nach oben“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. „Allerdings dürfen die Risiken nicht kleingeredet werden: steigende Energiepreise, eine nachlassende Konjunkturentwicklung in den USA und eine überzogene Lohnentwicklung hierzulande.“

Auch die aktuelle Lage bewerten die Fachleute positiver, nachdem das Statistische Bundesamt jüngst von einem starken Aufschwung berichtet hatte. Der entsprechende Index stieg von 63,5 Punkten im Dezember auf 70,6 Punkte im Januar. „Die Chance, dass das deutsche Wachstum in diesem Frühjahr wieder anzieht, wird immer größer“, findet Holger Schmieding, Europa-Chefökonom der Bank of America. Offenbar habe die Anhebung der Mehrwertsteuer weniger geschadet als befürchtet. Auch die Nachrichten von der US-Konjunktur seien besser als gedacht.

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