Finanzmarkt : Bankenrettung kostet Milliarden

Ungeachtet der vielen guten Nachrichten zum Wirtschaftsaufschwung wirft die Krise immer noch lange Schatten: Die Hypo Real Estate belastet den Soffin.

Frankfurt am Main - Der Bankenrettungsfonds Soffin hat das Jahr 2010 mit einem Verlust von rund 4,8 Milliarden Euro abgeschlossen, wie die Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) als Soffin-Verwalter am Freitag mitteilte. Der Bund hatte den Rettungsfonds während der Finanz- und Wirtschaftskrise zur Stabilisierung der Märkte errichtet. Er haftet mit Steuergeld für Risiken, die sich realisieren könnten.

Nach FMSA-Darstellung resultiert der Löwenanteil des Fehlbetrages – 3,87 Milliarden Euro – aus vorgeschriebenen Rückstellungen für die „Bad Bank“ der verstaatlichten Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE). In diese Abwicklungsanstalt wurden die „faulen“ und mit enormen Wertverlusten behafteten Papiere während der HRE-Rettung ausgelagert. Bereits 2009 hatte der Soffin 4,26 Milliarden Euro Verlust erwirtschaftet, weil er 4,75 Milliarden auf die Beteiligung an der HRE abschreiben musste.

Eine Bilanz der „Bad Bank“ selber steht noch aus. Der übrige vom Soffin ausgewiesene Verlust von rund einer Milliarde Euro ergebe sich aus Wertkorrekturen für die Beteiligungen des Fonds – in Summe gingen die unterstützten Werte also noch einmal bergab. Allerdings, so betont die FMSA, sei diese Wertanpassung nach dem „Vorsichtsprinzip“ erfolgt. Ob sich die Verluste also tatsächlich realisieren werden, bleibe abzuwarten.

Zudem hielt die Bundesanstalt FMSA fest: „Eine abschließende Aussage über die tatsächlichen Kosten der Finanzmarktstabilisierung wird erst nach Rückführung aller Beteiligungen und der Auflösung der Abwicklungsanstalten getroffen werden können.“ Mit Stand Ende April habe sich das Volumen der gewährten Garantien auf 36 Milliarden Euro reduziert. So flössen etwa aus der in der Krise teilverstaatlichten Commerzbank in diesem Halbjahr rund 18 Milliarden Euro zurück. Commerzbank-Vorstandschef Martin Blessing hatte im April erklärt, dem Steuerzahler werde mit der Rettung der Commerzbank kein Verlust entstehen. (dpa/rtr)

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