Finanzmarkt : Deutsche Börse will mit Euronext fusionieren

Die Deutsche Börse will Fusionsverhandlungen mit der Börse Euronext aufnehmen. Man wolle einen Zusammenschluss der beiden Unternehmensgruppen erreichen, um "einen weltweiten Marktführer in der Branche zu schaffen".

Frankfurt/Main - Dies teilte die Deutsche Börse AG am Mittwoch in Frankfurt mit. Zugleich zieht sich die Deutsche Börse zumindest vorerst aus dem Rennen um die Londoner Börse LSE zurück. «Die Deutsche Börse beabsichtigt nicht, ein Angebot für die London Stock Exchange abzugeben», heißt es in der Mitteilung. Allerdings behalte man sich das Recht vor, diese Position zu überdenken und doch noch ein Angebot zu unterbreiten, falls «ein Angebot oder ein mögliches Angebot» bekannt gegeben werde. Am Freitag hatte die auf Technologiewerte spezialisierte US-Börse NASDAQ ein informelles Gebot für die Londoner Börse (LSE) von 2,4 Milliarden Pfund oder 950 Pence je Aktie abgegeben.

Euronext-Chef Jean-François Théodore hatte sich am Dienstag zu unverzüglichen Gesprächen mit der Deutschen Börse bereit erklärt. Als «Basis für substanzielle Gespräche» mit Frankfurt nannte Théodore seine bisherigen Fusionsbedingungen. Euronext besteht darauf, dass eine fusionierte Gesellschaft ihren Sitz nicht in Frankfurt, sondern in Amsterdam hat. Zudem fordert Euronext eine konsolidierte Handelsplattform für Aktien und Derivate, wie dies mit den zehn Aktien- bzw. Derivatebörsen von Paris, Lissabon, Brüssel, Amsterdam und Liffe in London erreicht wurde. Die Deutsche Börse besteht bislang auf ihrer Aktien-Handelsplattform Xetra. (tso/dpa)

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