Wirtschaft : Finanzminister treibt Personalkarussel an

DÜSSELDORF/BONN (mb/uhl/egl/HB).Den Führungswechsel im Bundesfinanzministerium sichert Oskar Lafontaines Nachfolger, der frühere hessische Ministerpräsident Hans Eichel, nun auch personell ab.Mit Heiner Flassbeck und Claus Noé werden die beiden bekanntesten Gefolgsleute des gescheiterten SPD-Finanzministers Lafontaine bereits demnächst ihren Hut nehmen müssen.Nachfolger als beamtete Staatssekretäre werden der Weltbank-Manager Caio Koch-Weser und der Steuerjurist Heribert Zitzelsberger.

Jedenfalls Flassbeck waren aufgrund seiner Erfahrung in der Geldpolitik Chancen eingeräumt worden, die Bonner Finanzpolitik auf internationaler Ebene noch für einige Monate mitbestimmen zu können.Der frühere Konjunkturchef des Berliner Wirtschaftsforschungsinstituts DIW hatte Lafontaine bereits im Wahlkampf beraten.Der ehemalige Hamburger Staatsrat und Publizist Noé war im Ministerium sowohl für die Administration als auch für die Lafontaines Steuerreformpläne verantwortlich und vergrätzte sogar viele der SPD nahestehende Ministeriale.In der Öffentlichkeit und auch im Ministerium selbst galt er als Mitschuldiger des vielzitierten chaotischen Steuergesetzgebungsverfahrens der ersten 100 Tage - ein Vorwurf, dem sich die Parlamentarische Steuer-Staatssekretärin Barbara Hendricks erfolgreich entziehen konnte.Ebenso wie ihr für den Haushalt zuständiger Kollege Karl Diller wird sie unter Eichel im Amt bleiben.

Nachfolger von Claus Noé wird Heribert Zitzelsberger, der bisherige Leiter der Steuerabteilung der Bayer AG.Zitzelsberger hat in der Steuerexperten-Szene einen hervorragenden Ruf.Er war bereits im Herbst als Leiter der Steuerabteilung des Bundesfinanzministeriums im Gespräch und gehört der noch von Lafontaine eingesetzten Expertenkommission für die Unternehmensteuerreform an.Mit der Benennung von Caio Koch-Weser als Flassbeck-Nachfolger dürfte der neue Finanzminister auf dem internationalen Parkett viel Lob ernten.Koch-Weser hat sich als Vizepräsident der Weltbank für das Geschäft der Bank mit Osteuropa und Lateinamerika ein großes internationales Standing erworben.

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