• Finanzpoker um Ausstieg von Roels RWE-Chef soll vorzeitig Platz machen für seinen Nachfolger Großmann

Wirtschaft : Finanzpoker um Ausstieg von Roels RWE-Chef soll vorzeitig Platz machen für seinen Nachfolger Großmann

Düsseldorf - Das Chaos um den Stabwechsel beim Essener Energiekonzern RWE wird in der kommenden Woche den Aufsichtsrat beschäftigen. Führende Aufsichtsräte drängen nach Informationen des „Handelsblatts“ aus Kreisen des Gremiums bei der nächsten Sitzung am 20. September die Hängepartie um den Übergang von Vorstandschef Harry Roels zu seinem Nachfolger Jürgen Großmann zu beenden. Der Niederländer ist zwar offenbar bereit, schon Ende Oktober seinen Posten zu räumen und damit drei Monate früher als geplant Platz für Großmann zu machen, er hält aber nach wie vor an hohen finanziellen Forderungen fest.

Als der Aufsichtsrat Anfang Februar die künftige Führung regelte, wählte er einen ungewöhnlich langen Übergang. Roels soll seinen Vertrag, der Ende Januar 2008 ausläuft, bis zum Ende erfüllen. Der neue Chef, der Stahlmanager Großmann soll zwar im November eintreten, das Ruder aber erst im Februar übernehmen.

Die Regelung sorgt seitdem für Unruhe. Aufsichtsratschef Thomas Fischer musste wiederholt klar stellen, dass es beim geplanten Zeitplan bleibe.

Begründet wurde die Regelung mit den hohen Ansprüchen, die Roels bei einem vorzeitigen Abgang geltend machen kann. Nach einem Bericht der „FAZ“ sollen sich Roels und Fischer inzwischen auch auf einen vorzeitigen Wechsel zum ersten November geeinigt haben. Mit Roels Anwälten sei eine finanzielle Regelung ausgehandelt worden. Analysten begrüßten dies am Donnerstag, die Aktie legte zu. In Aufsichtsratskreisen wird allerdings dementiert, dass es schon eine Regelung gibt.

Unterdessen dementierte die EU-Kommission Meldungen, sie wolle sich von ihrem Ziel der Zerschlagung der großen Energiekonzerne verabschieden. Kommissionspräsident José Manuel Barroso sagte am Donnerstag in Brüssel, die Trennung von Netz und Produktion der Unternehmen bleibe „erste Wahl“. Die Kommission will am kommenden Mittwoch (19. September) die Vorschläge für eine Neuordnung der Gas- und Strommärkte präsentieren. juf(HB)/dpa

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