Finanzpolitik : Zinsen im Euro-Raum bleiben stabil

Die Europäische Zentralbank hat die Zinsen für die Euro-Zone, trotz Wirtschaftsboom und Inflationsgefahr, bei 4,00 Prozent belassen. Für die nächste Zinsrunde wird jedoch eine Erhöhung auf 4,5 Prozent erwartet.

Die Zinsen im Euro-Raum bleiben vorerst unverändert bei 4,00 Prozent. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) ließ die Zinsen für die 13 Länder der Euro-Zone wie erwartet konstant. Wegen des kräftigen Wirtschaftsaufschwungs und der damit verbundenen Inflationsgefahren erwarten Ökonomen aber, dass der Leitzins bis zum Jahresende auf 4,50 Prozent steigen wird - das wäre der höchste Stand seit mehr als sechs Jahren. Am Nachmittag wird EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Gründe für die Entscheidung erläutern. Dabei werden auch Hinweise auf den künftigen Kurs der Geldpolitik erwartet.

Zuletzt hatte die EZB Anfang Juni den Leitzins um 0,25 Punkte auf 4,00 Prozent erhöht. Trichet deutete damals bereits weitere Erhöhungen in diesem Jahr an. Seit Dezember 2005 hat die Zentralbank den Satz für ihre Kredite an die Geschäftsbanken in acht Schritten auf vier Prozent verdoppelt, um den Preisanstieg im Zaum zu halten.

Die Notenbank strebt Preisstabilität mit Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent an. Zwar liegt die Inflationsrate in der Euro-Zone seit zehn Monaten auf diesem niedrigen Niveau und blieb auch im Juni mit 1,9 Prozent darunter. Doch wegen anziehender Öl- und Lebensmittelpreise sowie steigender Löhne erwartet die EZB bis zum Jahresende Raten über dieser Schwelle. (mit dpa)

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