Wirtschaft : FINANZRATGEBER: ANLEIHEN / Garantierte Zinsen für sicherheitsbewußte Anleger

MICHAEL BRUNS

Festverzinsliche eignen sich besonders für die AltersvorsorgeVON MICHAEL BRUNS

Anleihen werden in erster Linie vom Bund herausgegeben, von Ländern und Gemeinden, aber auch von Bahn und Post sowie von Industrieunternehmen.Es handelt sich gewissermaßen um Schuldverschreibungen: Der Anleihekäufer leiht dem Emittenten Geld.Industrieunternehmen können sich auf diese Weise Mittel für Investitionen besorgen, Banken zinsgünstig hereingekommenes Geld zu höherem Zinssatz an Kunden verleihen, der Staat kann mit der Ausgabe von Anleihen Haushaltslöcher stopfen. Meist haben die Papiere eine fest Laufzeit und einen festen Zins, so daß der Anleger regelmäßig Zinserträge verbuchen kann.Wegen der hohen Sicherheit und der regelmäßigen Zinsausschüttungen eignen sich diese festverzinslichen Wertpapiere besonders zur Altersvorsorge, man spricht auch von "Rentenpapieren". Die Titel empfehlen sich für sicherheitsbewußte Anleger, meint die Stiftung Warentest: Die Rückzahlung des angelegten Geldes ist garantiert, ebenso die Zinsen.Bei Anleihen der öffentlichen Hand (Bund, Länder, Bahn, Post) besteht praktisch kein Konkursrisiko, sie eignen sich daher am ehesten für den sicherheitsbewußten Durchschnittsanleger.Als ausgesprochen risikolos können auch Pfandbriefe gelten, die durch erstrangige Grundbucheintragungen abgesichert sind.Bei Titeln von Industrieunternehmen oder Schuldverschreibungen einiger ausländischer Staaten hingegen ist die Rückzahlung nicht immer sicher. Tip: Anleihen von Bund, Bahn und Post können direkt bei der Bundesschuldenverwaltung in Bad Homburg erworben werden.Dann braucht der Anleger nicht die bei anderen Anleihen übliche Provision zu zahlen, ebenso wenig die Aufbewahrungskosten, die sogenannten "Depotgebühren".Informationen zur Kontoeröffnung bei der Bundesschuldenverwaltung gibt es bei fast allen Banken und Sparkassen. Auch bei anderen Anleihetypen laufen Kauf und Verkauf meist über eine Bank oder Sparkasse.Entweder, weil der Kunde dort die von der jeweiligen Bank selbst herausgegebenen Anleihen kauft.Oder weil er Papiere über die Börse beziehen will, wo die meisten Anleihen gehandelt werden.Diese börsennotierten Papiere haben den Vorteil, daß sie auch vor Ende der Laufzeit verkauft werden können.Wenn jedoch seit dem Kauf das Zinsniveau am Kapitalmarkt gestiegen ist, muß der Verkäufer Abstriche beim Nennwert hinnehmen - bei gesunkenen Zinsen hingegen ist auf diese Weise zusätzlich zu den Zinseinnahmen auch noch ein Kursgewinn möglich.Allerdings entstehen bei Kauf oder Verkauf über die Börse Kosten, die die Bank in Rechnung stellt.Hinzu kommen die Depotgebühren für die Aufbewahrung der Papiere.Wer statt dessen Anleihen als "effektive Stücke" kauft und sich aushändigen läßt, trägt das Risiko von Verlust und Diebstahl.Die Zinserträge von Anleihen werden meist regelmäßig zu bestimmten Terminen an den Sparer ausgeschüttet: in der Regel vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich.Dagegen sind die sogenannten "Floater" mit variablem Zins ausgestattet, so daß die Rendite den Schwankungen am Kapitalmarkt unterliegt.Zerobonds werfen überhaupt keine Zinsen ab, sondern werden weit unter Nennwert verkauft, bei einem Konto von beispielsweise 85 Prozent würde ein Zerobond im Nennwert von 1000 DM dann 850 DM kosten.Am Laufzeitende erhält der Anleger den vollen Nennwert.

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