Wirtschaft : FINANZRATGEBER - SOFTWARE: Börsensoftware auch für Einsteiger geeignet

PETER JOBST

Viele Anleger entdecken, wie komfortabel die elektronische Vermögensverwaltung sein kannVON PETER JOBSTDer schlichte Kontoauszug hat ausgedient: Private Anleger setzen zunehmend auf die elektronische Auswertung ihrer Zahlungsdaten per Heimcomputer.Und nicht nur das: Auch der eigene Wertpapierbestand wird immer häufiger mittels PC gemanagt, wobei viele Programme auch konkrete Kauf- und Verkaufsvorschläge für Aktien ausgeben.Teuer ist der Einstieg in das elektronische Vermögensmanagement nicht mehr: Einfache Zahlungsverkehrsprogramme werden bereits zu Preisen unter 100 DM angeboten, die neue T-Online-Software der Telekom, die kostenlos abgegeben wird, enthält sogar bereits ein einfaches Zahlungsverkehrsmodul. Die Kontoführungssoftware ist dabei meist in drei Teile untergliedert: Im Zahlungsverkehrsteil kann der Anwender Überweisungen und auch Lastschriften erfassen, die dann taggenau via T-Online an Bank oder Sparkasse überspielt werden.Viele Institute gewähren hierfür Gebührenrabatte.Im zweiten Teil der Software werden die Kontoauszüge elektronisch abgefragt und optisch am Bildschirm aufbereitet.Meist ist auch eine Kontendisposition vorgesehen, das heißt, die Software meldet automatisch, sollte das Konto durch bevorstehende Überweisungsbuchungen in die roten Zahlen abzurutschen drohen.Im dritten Teil werden schließlich die Auszugsdaten individuell ausgewertet und beispielsweise in ein elektronisches Haushaltsbuch übernommen.Der Anwender kann so auf einen Blick erfahren, wofür er sein Geld ausgibt. Wesentlich bedeutsamer als diese Kontenverwaltung ist jedoch das eigene Vermögensmanagement mit geeigneter Börsensoftware.Die meisten Börsenprogramme sind dabei als sogenannte "Allrounder" konzipiert.Dabei gibt es vornehmlich vier Schwerpunkte.Bei der Depotverwaltung gibt der Anwender alle Käufe und Verkäufe von Wertpapieren ein.Auf Knopfdruck erstellt die Software Depotauszüge sowie Gewinn- und Verlustrechnungen, automatisch werden gesetzte Limits und das Einhalten der sechsmonatigen Spekulationsfrist überwacht.Zum Jahresende kann der Anleger meist auch steuerliche Auswertungen vornehmen lassen.Im Rahmen der Chartanalyse erstellt das Programm dann aus den gespeicherten Zeitreihen Charts, die verschiedene fundamentale Daten etwa die erwartete Dividendenzahlung und mehrere charttechnische Indikatoren enthalten.Viele Programme liefern zudem auf Basis der Chartanalyse konkrete Kauf- und Verkaufssignale.In der Fundamentalanalyse wertet die Software die gespeicherten Titel nach interessanten fundamentalen Kennzahlen aus.Üblich sind beispielsweise Listen, die nach der aktuellen Dividendenrendite oder dem Kurs-Gewinn-Verhältnis sortiert sind.So kann sich der Anwender etwa eine Liste aller Aktien anzeigen lassen, die eine Dividendenrendite von mehr als 5 Prozent abwerfen; zudem wird diese Liste nach den Terminen der Hauptversammlung sortiert.Dies ermöglicht es dem Anleger, gezielt dividendenstarke Titel zu erwerben.Mittlerweile verfügen die meisten Börsenprogramme über eine über eine leistungsfähige Anbindung an eine Datenbank und damit ein Informationsverarbeitungssystem.Die Software wählt sich dann in die Datenbank ein, ruft die Kurse ab, trennt die Verbindung und aktualisiert die Daten kostensparend offline, also ohne teure Leitungsverbindung.Neben dieser reinen Kursverarbeitung offerieren die meisten Anbieter inzwischen auch sogenannte "Tickermeldungen", also Informationen rund um das Börsengeschehen und zu einzelnen Aktien, die dann sowohl in einem eigenen Programmteil der Software wie auch bei den betroffenen Werten abgespeichert werden.

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