Wirtschaft : Finanzspritze hält Buck-Gruppe zunächst am Leben

BERLIN (kwi).Die angeschlagene Buck-Gruppe, Bad Reichenhall, hat mit einer Finanzspritze erstmal eine Atempause erhalten und kann nun die Sanierung seiner west- und ostdeutschen Werke angehen.Dank bewilligter Bankdarlehen und vorfinanziertem Konkursausfallgeld konnten Zahlungsschwierigkeiten beseitigt werden, sagte Jobst Wellensiek, der Vergleichsverwalter, am Montag.Der Geschäftsbetrieb könne fortgesetzt werden.Das Technologieunternehmen hatte Anfang Oktober für einige seiner Unternehmen wegen Zahlungsengpässen den Vergleich beziehungsweise die Gesamtvollstreckung beantragt.

Die Buck-Gruppe müsse nun in den kommenden Monaten prüfen, ob eine Fortführung der Unternehmen möglich sei, sagte Wellensiek.Parallel versuche man aber auch, einen Übernehmer für Teilbereiche oder den ganzen Bereich zu finden.Wellensiek: "Wir verhandeln mit interessanten Partner aus dem In- und Ausland".Er lehnte es ab, Namen zu nennen, erwartet aber, bis November ein Ergebnis auf dem Tisch zu haben.Dabei gestalte sich die Sanierung für die ostdeutschen Unternehmen im brandenburgischen Pinnow sehr viel schwieriger als für die Unternehmen in den alten Ländern.Größtes Sorgenkind sei die BSB Buck Systembau GmbH in Pinnow, die Wohnprojekte für Soldaten in Rußland baut.Für dieses Unternehmen hätten die Banken kein Darlehen bereitgestellt.Daher müsse man mit Eigenmitteln die Finanzierung sicherstellen.Wegen des gefährdeten Rußlandgeschäfts, das sich nach Unternehmensangaben selbst getragen habe, müsse möglichst schnell eine Lösung gefunden werden.Sicher ist nach Worten des Vergleichsverwalters bisher nur, daß die Gruppe als Ganzes nicht fortbestehen wird, sondern aufgeteilt wird.

Das Unternehmen war nach eigenen Angaben durch den Preisverfall am Bau und bei der Munitionsversorgung in Schwierigkeiten geraten.Nähere Angaben wollten weder Unternehmen noch Wellensiek machen.Das aufgelaufene Forderungsvolumen schätzte Wellensiek auf 200 Mill.DM.Sollte keine Lösung gefunden werden, drohe schlimmstenfalls den über 1000 Beschäftigten Arbeitslosigkeit.Darüberhinaus sind nach Angaben der Betriebsratsvorsitzenden Marlies Stegmann der brandenburgischen Buck Inpar GmbH auch Zulieferbetriebe betroffen; allein in Pinnow seien bereits 53 Zulieferunternehmen zur Kurzarbeit übergegangen.

Das schwäbische Familienunternehmen produziert in Deutschland an 14 Standorten mit insgesamt 1022 Arbeitsplätzen; darüberhinaus unterhält es 14 Werke im Ausland.Das mittelständische Unternehmen ist unter anderem in der Wehrtechnik und Munitionsentsorgung, im Bau von Munitionsentsorgungsanlagen und Wohnungen tätig.1997 hat es einen Umsatz von 322 Mill.DM gemacht; diesen hatte es ursprünglich auch für 1998 angepeilt.

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