Finanztipps : Steuern sparen ohne Reue

Steuern sparen, wo immer es geht – diesen Trieb verspüren vor allem Wohlhabende. Doch dazu muss man nicht zwangsläufig das Gesetz umgehen. Auch Normalbürger können auf legalem Wege dem Fiskus ein Schnippchen schlagen.

Carsten Brönstrup

Berlin - Die paradiesischen Zustände früherer Jahre sind freilich vorbei. Damals konnten sich Anleger an geschlossenen Fonds beteiligen, die in Schiffe, Immobilien, Filme oder Windkraftanlagen investiert hatten. Die meist üppigen Verluste daraus ließen sich mit Einkünften aus anderen Quellen verrechnen – dies drückte die Steuerlast drastisch und verursachte beim Staat Milliarden-Einnahmeverluste. Die Politik hat diese Möglichkeiten aber zuletzt immer stärker beschnitten.

Geblieben sind sogenannte stille Beteiligungen – an Flugzeugen, Schiffen oder Unternehmen. „Fallen hier Verluste an, kann man dies noch immer auf die Einkommensteuer anrechnen“, weiß Michael Bormann, Steuerberater in der Berliner Kanzlei Bormann, Demant & Partner. Ab einer Anlagesumme von einer Million Euro werde diese Variante gern genommen – „und sie ist absolut legal“, unterstreicht Bormann. Eine andere Möglichkeit sind Altbausanierungen. Wer Gemäuer kauft, die unter Denkmalschutz stehen oder sich in einem städtischen Sanierungsgebiet befinden, kann acht Jahre lang das Finanzamt mit neun Prozent der Umbaukosten beteiligen. Allerdings sind derartige Objekte nur noch schwer zu finden.

Auch eine Lebensversicherung sei interessant – als Mantel für weiteres Kapital. „Man kann den Mantel dieses Vertrages in Liechtenstein oder Luxemburg ansiedeln – dann sind die Erträge nach einer Laufzeit von mindestens zwölf Jahren steuerfrei“, erklärt Steuerberater Bormann. Bedingung ist allerdings, dass die Auszahlung erst nach dem sechzigsten Geburtstag des Anlegers erfolgt. Ab einer Anlagesumme von 300 000 oder 400 000 Euro lasse sich dieses Modell sinnvoll – und ebenfalls legal – nutzen.

Generell lohnend sind zudem alle Varianten, bei denen das angesammelte Kapital erst in der Zukunft ausgezahlt wird – denn im Alter ist bei den meisten Menschen der persönliche Einkommensteuersatz geringer als in der Arbeitsphase. Sogenannte Dachfonds, bei denen regelmäßig eingezahlt wird und die anfallende Gewinne wieder investieren, ermöglichen dies. Auch noch im nächsten Jahr: Zwar werden mit der Abgeltungsteuer ab 2009 pauschal 25 Prozent der Erträge einbehalten. Innerhalb des Dachfonds fällt die Steuer aber nicht an – erst später bei der Ausschüttung. Carsten Brönstrup

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