Wirtschaft : Finanzvorstand Sack legt Konzept vor

Die Deutsche Bahn AG soll nach dem Auslaufen der Staatshilfen im Jahre 2003 für die Börse fit sein und deutlich Ertragskraft gewinnen. Das sieht das mittelfristige Unternehmenskonzept vor, das der amtierende Bahnchef, Finanzvorstand Friedhelm Sack, am Mittwoch dem Bundesverkehrsministerium vorlegte. Wie aus Bahnkreisen verlautete, nahmen an dem Gespräch in Berlin die Verkehrsstaatssekretärin Elke Ferner und der zuständige Abteilungsleiter teil. Das Bundesverkehrsministerium sprach von einem "Routinetreffen", das regelmäßig stattfinde. Ein Börsengang als solcher sei kein Thema gewesen. Bahn-Sprecher Heimbach wollte sich auf Anfrage nicht näher zu dem Bahnkonzept äußern.

Ein späterer Börsengang der Bahn AG oder einzelner Konzerntöchter wird seit längerem angepeilt. Aufsichtsratschef Dieter Vogel hatte zu Wochenbeginn darauf verwiesen, dass der Vorstand die Vorgabe habe, dass die Bahn spätestens zehn Jahre nach der Bahnreform 1994 "kapitalmarktfähig" sein müsse. Dazu sei eine erhebliche Ergebnisverbesserung erforderlich. Ziel sei eine Mindestrendite von zwölf Prozent des eingesetzten Kapitals. Für ihn stehe fest, dass der nötige Ergebnisschub um fünf Milliarden Mark erreicht werden könne.

Derzeit erarbeitet der Bahn-Vorstand die mittelfristige Planung. Das Konzept soll Ende dieser Woche der Arbeitnehmerseite vorgelegt werden. 2002 laufen Altschuldenhilfen für die Bahn aus. Das bundeseigene Unternehmen muss dann endgültig wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen. Den nötigen Schub erhofft sich Vogel vom designierten Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Dieser hatte bereits nach seiner Berufung im September erklärt, er wolle die Bahn-Mitarbeiter zu Aktionären ihres Unternehmens machen. Der RWE-Manager tritt spätestens zum 1. Januar sein Amt an. Bis dahin hat Finanzchef Sack kommissarisch den Vorstandsvorsitz übernommen. Der frühere Bahnchef Johannes Ludewig war zum 30. September abberufen worden. Die Bahn mit derzeit 245 000 Beschäftigten erzielte 1998 einen Konzernumsatz von rund 30,02 Milliarden Mark. Das Vorsteuerergebnis betrug 394 Millionen Mark.

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