Wirtschaft : Firmen leiden kaum unter hohen Zinsen

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Die deutschen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes werden weniger stark durch Zinsaufwendungen belastet, als gemeinhin angenommen. Eine jetzt vorgelegte Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zeigt, dass die Finanzierungsbedingungen deutscher Unternehmen in diesem Segment insbesondere im internationalen Vergleich relativ günstig sind.

Legt man die Zinsaufwandsquote (ZAQ), also das Verhältnis von Zinsaufwand zu Umsatz, zugrunde, liegen die deutschen Unternehmen mit einer Quote von durchschnittlich 1,06 Prozent im unteren Mittelfeld. Am höchsten ist diese Quote in Portugal mit knapp unter drei Prozent, in den USA liegt sie bei etwas über zwei Prozent, in Frankreich bei knapp ein Prozent und in Japan bei weniger als ein Prozent.

Bemerkenswert auch die Feststellung der KfW, dass die Zinsaufwandsquote für mittelständische Unternehmen zwischen 1994 und dem Jahr 2000 deutlich rückläufig war. Lag sie im Jahr 1994 noch durchschnittlich bei 1,65 Prozent, so fiel sie bis zum Jahr 2000 auf 1,36 Prozent. Eine wichtige Ursache hierfür war laut KfW der bis zum Frühjahr 1999 fast kontinuierliche Marktzinssatz. Allerdings hätte, gemessen an der Entwicklung des Zinssatzes, der Rückgang der Zinsaufwandsquote sehr viel stärker ausfallen müssen. Die höhere Verschuldung der Unternehmen habe den Rückgang gebremst, schreibt die Förderbank.

Die KfW weist jedoch auch darauf hin, dass die Zinsaufwandsquote insbesondere bei kleineren Unternehmen und im Dienstleistungsgewerbe deutlich über dem Durchschnitt liegt. Dies deshalb, weil größere Unternehmen aufgrund ihrer Markt und Durchsetzungsmacht Kredite bei Banken zu günstigeren Konditionen erhalten als kleinere Unternehmen, stellt die KfW fest. Im Dienstleistungsgewerbe liegt die Quote wegen der geringen Eigenkapitalausstattung bei 1,98 Prozent. dr

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