Wirtschaft : Firmen sollen in Nahost investieren

Nicole Huss

München - Die Bundesverbände von Industrie und Banken haben im Vorfeld der Münchner Sicherheitskonferenz an deutsche Unternehmen appelliert, stärker in die Wachstumsregionen Nordafrika und Mittelost zu investieren. Damit könnten sie nicht nur enormes wirtschaftliches Potenzial ausschöpfen, sondern auch zur Sicherheit in diesen Ländern beitragen, sagte der Vorsitzende der Nordafrika Mittelost Initiative der Deutschen Wirtschaft (NMI), Axel Wippermann, am Freitag in München.

Als Zusammenschluss mehrerer Verbände – darunter der Bundesverband der Deutschen Industrie und der Bundesverband deutscher Banken – vertritt die NMI 23 arabische und islamische Länder in Nordafrika und Nahost.

Laut Wippermann wird die Region bisher stiefmütterlich von der Wirtschaft behandelt. Nur 0,7 Prozent aller globalen Direktinvestitionen gingen bisher dorthin. Am weltweiten Bruttosozialprodukt habe die Region nur einen Anteil von 2,7 Prozent. Dabei seien gerade deutsche Unternehmen als Handelspartner hochwillkommen. „Deutsche Produkte genießen in Nordafrika und Mittelost einen hervorragenden Ruf“, sagte Wippermann.

Während Großkonzerne wie Siemens und MAN bereits seit einigen Jahren kräftig in die Region investierten, fehlten Investitionen des Mittelstands fast vollständig, kritisierte auch Peter Klaus, Vorstandsmitglied der KfW Bankengruppe. Dabei habe die zunehmende Liberalisierung in den vergangenen Jahren gute Voraussetzungen für ein Engagement in der Region geschaffen. Klaus räumte aber ein, dass es noch viele Handelshemmnisse gebe - zum Beispiel das Fehlen eines durchgängigen Investitionsschutzes und der Mangel an kreditwürdigen Kunden in vielen Staaten.

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