Wirtschaft : Firmen wollen flexibleren Arbeitsmarkt Familienunternehmen kritisieren die Regierung

Berlin - Die deutschen Familienunternehmen sehen sich durch „falsche Regierungspolitik“ bedroht. „Auf dem Arbeitsmarkt nimmt die Regulierung zu. Unternehmensteuerreform und Mindestlöhne bedrohen im Extremfall die Existenz der Familienunternehmen“, sagte Patrick Adenauer, Präsident der Interessenvertretung „Die Familienunternehmer – ASU“ am Mittwoch in Berlin.

Adenauer sieht „einen politischen Trend zum Protektionismus. Hätte der frühere Wirtschaftsminister Ludwig Erhard eine solche Wirtschaftspolitik betrieben, wäre das Land gescheitert“, sagte der Enkel von Deutschlands erstem Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Mindestlöhne und Kündigungsschutz machten Deutschland zum besten Markt für Zeit- und Schwarzarbeiter, sagte Präsidiumsmitglied Karl-Erivan Haub, der Geschäftsführer der TengelmannGruppe. An dem „unflexiblen Arbeitsmarkt“ sind seiner Meinung nach die Arbeitnehmervertretungen schuld. „Gewerkschaften sollten sich andere Einsatzbereiche suchen. Sie sollten sich zum Beispiel auf die Eingliederung von Arbeitslosen konzentrieren.“ Die paritätische Mitbestimmung sei ein Hemmnis für die wirtschaftliche Entwicklung, so Haub.

Der Unternehmer kritisierte das hohe Niveau der sozialen Grundsicherung: „In Deutschland ist es Volkssport, sich aus möglichst vielen Sozialtöpfen zu bedienen“, sagte Haub.

Die Lobbyvereinigung besteht seit 1949 und vertritt rund 5000 Unternehmer mit 1,7 Millionen Beschäftigten. Der ursprüngliche Name „Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer“ wurde jetzt durch „Die Familienunternehmer – ASU“ ersetzt. „Damit wollen wir uns eindeutig von den managementgeführten Unternehmen abgrenzen und uns als politisches Sprachrohr der Familienunternehmer etablieren“, sagte Adenauer. Über 90 Prozent der deutschen Firmen sind familiengeführt. jpe

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