Wirtschaft : Firmen zahlen deutlich mehr für Personal Arbeitskosten steigen US-Jobmarkt erholt sich

Berlin/Washington - Die Arbeitskosten für Firmen sind 2011 so stark gestiegen wie seit eineinhalb Jahrzehnten nicht mehr. Eine Arbeitsstunde sei um durchschnittlich 3,2 Prozent teurer gewesen als im Vorjahr, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Dies markiere den höchsten Anstieg seit 1997, dem Beginn der Analyse. Alleine zwischen Oktober und Ende Dezember habe es ein Plus von 3,3 Prozent gegeben. Als Gründe nannte das Amt hohe Tarifabschlüsse und Sonderzahlungen an Beschäftigte. Auch höhere Lohnnebenkosten schlugen zu Buche.

Besonders in der Industrie und im Handwerk verteuerte sich der Personaleinsatz, das Plus lag bei 4,3 Prozent. Die niedrigsten Aufschläge verzeichneten die Branchen Verkehr und Logistik mit einem Anstieg von 0,2 Prozent sowie Erziehung und Unterricht mit 1,4 Prozent. Ein europäischer Vergleich liegt nur bis zum dritten Quartal 2011 vor. Danach lag der deutsche Anstieg von 3,0 Prozent über dem EU- Mittelwert von 2,6 Prozent. Am deutlichsten verteuerten sich die Arbeitskosten in Bulgarien und Rumänien. Griechenland erlebte angesichts von Lohnkürzungen einen Rückgang um 7,5 Prozent.

Derweil setzt sich die Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt fort. Im Februar stieg die Zahl der Beschäftigten um 227 000 und damit deutlicher als erwartet, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Schon den dritten Monat in Folge entstanden mehr als 200 000 Jobs – das hat es seit einem Jahr nicht mehr gegeben.

Die Arbeitslosenquote blieb mit 8,3 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahren. Seit August 2011 sind etwa eine Million neue Jobs entstanden. Grund dafür ist die Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft. Sie wuchs im vierten Quartal um 0,7 Prozent, während die Euro-Zone um 0,3 Prozent schrumpfte. Das Tempo der Erholung ist aber nicht hoch genug, um das Heer der 23,5 Millionen Arbeitslosen oder nur geringfügig Beschäftigten merklich zu reduzieren. Der Arbeitsmarkt sei „von Normalität noch weit entfernt“, stellte Notenbankchef Ben Bernanke jüngst fest. AFP/rtr

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