• Firmennachfolge via "Change": Vermittlungssystem soll Unternehmen unterstützen, einen neuen Chef zu finden

Wirtschaft : Firmennachfolge via "Change": Vermittlungssystem soll Unternehmen unterstützen, einen neuen Chef zu finden

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Rund vier Millionen Mark haben Kammern, Verbände, die Deutsche Ausgleichsbank (DtA) und der Bund für das im Januar 1999 gegründete Vermittlungssystem "Change" als Startkapital veranschlagt. Change soll kleineren und mittleren Unternehmen helfen, durch ein bundesweit geknüpftes Netzwerk aus Informationen, Tipps und Beratungsangeboten das Problem der Nachfolge aber auch der Neugründung einer Firma zu lösen. Zentrale Plattform für die in Europa bisher einmalige Initiative ist das Internet. In einer ersten Bilanz erklärte DtA-Vorstandsmitglied Joachim Lesser am Dienstag, dass bisher für 750 Unternehmen in Deutschland auf diesem Wege die Nachfolge geregelt werden konnte. Insgesamt suchen zur Zeit über Change-Inserate rund 5000 Unternehmen eine Kandidaten, der sich für ihre Firma interessiert. Auf der anderen Seite stehen 3000 potentielle Existenzgründer, die einen Betrieb übernehmen möchten. Franz Schoser, Hauptgeschäftsführer des DIHT, verwies darauf, dass über die Hälfte der zur Übernahme anstehenden Firmen in Folge Tod, Krankheit oder Desinteresse in der eigenen Familie in eine Notlage gerieten. Dadurch gingen jährlich etwa 40 000 Arbeitsplätze verloren. Betroffen seien allein bis 2004 insgesamt 300 000 übergabereife Betriebe mit einer Million Jobs. Der Generalsekretär des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Hanns-Eberhard Schleyer, forderte als unterstützende Maßnahme von der Bundesregierung ein einfacheres und leistungsgerechteres Steuerrecht. Das zur Zeit im Vermittlungsausschuss beratende Steuersenkungsgesetz reiche nicht aus. "Ein System, das den im Unternehmen belassenen Gewinn gegenüber Entnahmen und Ausschüttungen privilegiert, führt nicht automatisch zu Investionen und neuen Arbeitsplätzen", sagte Schleyer. Familienministerin Christine Bergmann lobte Change, weil in der Telefonberatung der Anteil der zur Übernahme einer Firma bereiten Frauen inzwischen auf 31 Prozent gestiegen sei.

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