Wirtschaft : Firmensteuern: Deutschland an der Spitze

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Berlin - Unternehmen in Deutschland zahlen höhere Steuern als in anderen Ländern Europas. Dieser Trend hat sich noch verstärkt, weil Länder wie Österreich, Dänemark und die Niederlande ihre Unternehmensteuern gesenkt haben. Deutschland und Spanien verlangen die höchsten Steuern von Kapitalgesellschaften: Die effektive Durchschnittsbelastung liegt mit 36 Prozent an der Spitze der EU-Staaten. Das geht aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor. Darin hat das Institut die effektive Steuerbelastung von Unternehmen in der Europäischen Union für 2005 berechnet.

„Es ist wichtig für Deutschland, sich im Steuerwettbewerb besser zu positionieren“, sagte ZEW-Forscher Michael Overesch. „In Osteuropa gibt es weiterhin eine Bewegung bei den Steuersätzen nach unten.“ Dadurch vergrößere sich der Standortnachteil Deutschlands immer weiter.

Die schwarz-rote Bundesregierung plant zum 1. Januar 2008 eine Unternehmensteuerreform. Wie bisher aus dem Finanzministerium bekannt wurde, wird voraussichtlich eine Absenkung des Körperschaftsteuersatzes, von 25 auf 15 Prozent im Mittelpunkt der Reform stehen. Einschließlich Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag würde die nominale Last von 39 auf 29 Prozent sinken. Die effektive Steuerlast liegt niedriger, weil Abschreibungsmöglichkeiten einbezogen werden.

Laut ZEW-Studie liegt die effektive Durchschnittssteuerlast aller EU-Staaten bei 23,7 Prozent, die der 15 alten EU-Staaten Westeuropas bei 27,8 Prozent. Nur Spanien, Frankreich, Italien und Belgien liegen über 30 Prozent. Österreich und Skandinavien sind um mehr als zehn Prozentpunkte günstiger als Deutschland. dri (HB)

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