Firmenübernahme : GM verkauft Saab an Sportwagenspezialisten

Das schwedische Unternehmen Koenigsegg und der US-Autokonzern GM haben sich geeinigt: Saab soll bei dem kleinen Spezialhersteller für sehr teure Sportwagen unterkommen.

StockholmDer schwedische Sportwagen-Spezialist Koenigsegg soll neuer Eigentümer von Saab werden. Der bisherige Saab-Eigner, General Motors Europe, hat am Dienstag nach eigenen Angaben eine vorläufige Vereinbarung mit Koenigsegg über das Geschäft unterzeichnet. Zu der Vereinbarung gehört auch, dass Koenigsegg eine erwartete Finanzhilfe von 600 Millionen Dollar der Europäischen Investitionsbank bekommt, die von der schwedischen Regierung abgesichert ist. Die weiteren Bedingungen des geplanten Verkaufs wurden zunächst nicht genannt.

Saab steckt ebenso wie der bisherige Eigner General Motors in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Bereits vor einiger Zeit hatte General Motors die Tochter zum Verkauf gestellt. Spekulationen über einen Kauf durch Koenigsegg hatte es bereits seit einigen Tagen gegeben. Im laufenden Jahr rechnet Saab mit einem Verlust von 370 Millionen Dollar. Das schwedische Traditionsunternehmen erwartet nach früheren Angaben für 2011 wieder einen Gewinn und die Rückkehr auf ein Produktionsniveau von 150.000 Fahrzeugen.

Allerdings laufen 2009 und 2010 wohl weniger Autos vom Band als 2008, als Saab 93.000 Fahrzeuge produzierte. Das Unternehmen beschäftigt rund 4100 Mitarbeiter. Nicht klar ist, wie Koenigsegg das Geld aufbringen will, das nötig ist, um die Produktion bei Saab fortzuführen und neue Modelle zu entwickeln. Saab selbst spricht von einem Finanzbedarf von einer Milliarde Euro.

Profiliert hatte sich der neue Saab-Eigner bisher durch den Bau von Supersportwagen, die zu Preisen teils in Millionenhöhe angeboten werden. Hinter dem Unternehmen stehen Christian von Koenigsegg, der die Firma im Jahr 1994 mit damals 22 Jahren gegründet hatte, sowie der norwegische Unternehmer Bard Eker. Koenigsegg selbst beschäftigt derzeit nur rund 50 Mitarbeiter.

ZEIT ONLINE, Reuters

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