Fischerei : EU kürzt Fangquote für Kabeljau und Lachs in der Ostsee

Die Europäische Union will die Kabeljau- und Lachsbestände in der Ostsee besser schützen. Dem WWF reicht das nicht. Die Umweltschützer sprechen von einer ökologischen "Katastrophe".

Brüssel/Hamburg - Die EU-Fischereiminister einigten sich am Dienstagabend in Luxemburg gegen die Stimme Polens auf eine deutliche Einschränkung der Fänge. Allerdings blieben sie damit hinter Forderungen der EU-Kommission zurück. Die Umweltschutzorganisation WWF sieht nach dem Beschluss eine ökologische "Katastrophe" heraufziehen.

Nach dem Beschluss dürfen deutsche Fischer sechs Prozent weniger Kabeljau fangen, die Fischer der östlichen Ostsee-Anrainerstaaten müssen sogar auf zehn Prozent ihrer Fänge verzichten. Die Quoten für Lachs werden um fünf Prozent gekürzt, die für Hering bleiben unverändert. Dafür dürfen acht Prozent mehr Sprotten gefangen werden. Die EU-Kommission hatte Kürzungen um 15 bis 20 Prozent gefordert, damit sich vor allem die bedrohten Kabeljau-Bestände erholen können. EU-Fischereikommissar Joe Borg begrüßte dennoch die Einigung, mit der auch die Zahl der Fischereitage um zehn Prozent gekürzt wird.

Der WWF erklärte, der Beschluss bedeute eine "Katastrophe" für den Kabeljau in der Ostsee. Bei der Entscheidung hätten "kurzfristige wirtschaftliche Interessen" im Vordergrund gestanden, kritisierte WWF-Fischereiexpertin Heike Vesper. Sie forderte eine sofortige Einstellung der Kabeljau-Fänge in der Ostsee und einen Rettungsplan, damit sich die überfischten Bestände erholen könnten. Brüssel will einen solchen Rettungsplan bis Ende Juni kommenden Jahres mit den Mitgliedstaaten aushandeln. (tso/AFP)

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