Wirtschaft : Fit für die Arbeit

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Amerikaner arbeiten nicht nur länger als Europäer – 18 Prozent mehr Stunden, um genau zu sein – sie trainieren auch mehr. Die Statistik zeigt, dass 35 Prozent der Europäer zwei Mal, die Amerikaner aber drei Mal pro Woche trainieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Europäer vor dem Fernseher sitzt, ist dreimal höher, als dass er trainiert. Amerikaner kombinieren dagegen die beiden Aktivitäten, was ein Blick in jedes Fitness oder Heimstudio in New York sofort bestätigen würde.

Was sagt diese Fitnessschere zwischen Europa und Amerika aus – zusätzlich zu dem Abstand bei Macht, Produktivität, Warenausstoß und Freizeit, über den schon so viel geschrieben wurde? Zuerst einmal, dass Generalisierungen gefährlich sind. Nicht alle Amerikaner sind fette Couchpotatoes, genauso wenig wie alle Europäer – es gibt große Unterschiede in den einzelnen europäischen Ländern.

Einige interessante Schlüsse drängen sich jedoch auf. Die Länder des alten Europa – Deutschland und Frankreich – trainieren unterdurchschnittlich viel. Die Länder wiederum, in denen weniger trainiert wird, sind stärker antiamerikanisch eingestellt und wachsen auch weniger stark. Portugal und Griechenland sind die unfittesten Länder. Griechenland war, im Gegensatz zu Portugal, zwar gegen den Irakkrieg, aber beide gehören zu den Ärmsten der 15 alten EU-Staaten.

Finnland, Dänemark, die Niederlande und Großbritannien trainieren mehr als der EU-Durchschnitt und haben auch die dynamischsten Wirtschaften der EU. Hängen wirtschaftlicher Erfolg und aktive Freizeitgestaltung zusammen? Bei den neuen Mitgliedern der EU ergibt sich ein kontroverses Bild. Slowenen und Ungarn schwitzen am meisten, Letten und Esten am wenigsten. Insgesamt sind sie jedoch näher an Amerika als der Rest der EU.

Wir waren schon immer Theorien gegenüber skeptisch, die das Auf und Ab der transatlantischen Beziehungen erklären sollen. Der Ansatz mit der Fitnessschere erscheint uns so überzeugend wie jeder andere.

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